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Samstag, 15. Januar 2011

Der Loddar liest ein Buch, 1985

Es gab Zeiten - nennen wir sie gestern - da trafen Namen wie "Lothar" den Nerv der Zeit. Da man mit diesem Namen wohl Erfolg, Reichtum und optische Attraktivität assozierte, eignete er sich hervorragend, um damit Produkte zu verkaufen.


Es gab offensichtlich auch Zeiten, da begann man eine Werbung mit den Worten "Jedem das Seine", ohne damit eine landesweite Diskussion auszulösen.  Gut zwei Jahrzehnte später stiess bekanntlich die CDU mit diesem Slogan an die Grenzen der in Deutschland vorbildlich praktizierten historischen Aufarbeitung. 



Heute sehen viele Menschen zerrüttete Ehen, überschaubar souveräne Englischkenntnisse und auf Yachten liegende Matteos, wenn ihnen der Namen "Lothar" über den Weg läuft. Man wünscht ihm a little bit more lucky, wenn er die nächste Gymnasiastin ehelicht. Und wenn er das nächste Mal von der Boulevardpresse über deren Verfehlungen aufgeklärt wird, sollte er sich eines seiner eigenen Zitate zu Herzen nehmen: "Man sollte die Presse nicht wichtiger machen, wie sie wichtig gemacht wird". 

Wenn schliesslich alle mit sich im Reinen sind, kann getrost über eine Neuauflage der besagten Anzeige nachgedacht werden. Leichte Anpassungen wären von Nöten, hierzu gleich mal ein Vorschlag:


"Jedem das Seine" könnte eventuell durch eine zeitgemässere Weisheit ersetzt werden. Vielleicht "Die Musik kann das Zusammenleben erleichtern. Aber das Wichtigste ist Bildung und medizinische Versorgung" (Julio Iglesias, 2008).

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