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Samstag, 5. März 2011

1 MB Speicher - Invasion der Supercomputer 1986

Immer wieder lustig: Die rasante Entwicklung des Computers. Nirgendwo sonst lässt sich so einfach aufzeigen, wie schnell die Zeit vergeht - eine Tatsache, die wir uns ja gerne bei jeder Gelegenheit unter die Nase reiben lassen, gell? Im Wissen darum, dass in 20 Jahren wohl genauso hämisch auf unsere derzeitige Neantertaler-PCs zurück geblickt wird, wollen wir die Gegenwart dazu nutzen, die Vergangenheit liebevoll zu belächeln. So stolperte ich beispielweise kürzlich über einen 1986 erschienen Artikel in Peter Moosleiters interessantem Magazin, kurz P.M., in welchem die atemberaubenden Fortschritte des Heim-Computers beschrieben werden.


Da hatte sich also gerade mühsam ein 128KB-Standard herauskristalisiert, da kommen die Teufelskerle von Atari mit der Vision eines 1MB-Speichers! Und das, während IBM seinen PC immer noch mit 64 KB auslieferte. Man bedenke, dass sich heute 4 GB Arbeitsspeicher herauskristaliert haben. Von 128'000 auf 4'000'000'000 Bytes in 25 Jahren.
Den übermotorisierten Atari gab es folglich auch nicht gerade zum Selbstkostenpreis: Schlappe 3000 DM kostete die Höllenmaschine - Monitor, Maus und Diskettenlaufwerk inklusive. Wer allerdings eine 20 MB - Festplatte dazu wollte, durfe nochmals 2000 Mark auftreiben - Teuerung nicht berücksichtigt.
Richtig futuristisch dann aber die Ankündigung eines CD-ROM-Laufwerkes, welches auch als "Plattenspieler" für die neuartige CD benutzt werden konnte ("und das ist sensationell"). 
Tja, jeder fängt mal klein an. Das Streben nach Computerleistungen der Superlative ist in den letzten Jahren verloren vergangen. Speichermedien können höchstens noch durch den Preis, welcher sich scheinbar der Kostenlosigkeit annähert, für kurzfristige Aufmerksamkeit sorgen. Billiganbieter aus Fernost überschwemmen den Markt mit immer kleineren, schnelleren und günstigeren Produkten - auf Kosten der Übersicht und des Interesses. Einzig Apple hält das Fähnlein der emotionalen Computer-Vermarktung noch hoch - und ist mittlerweile dementsprechend erfolgreich in der Gesellschaft veranktert. Die wenigen Modelle bleiben über längere Zeit gleich ausgerüstet, behalten ihr Aussehen teilweise zwei Jahre lang und der Käufer bezahlt den gefühlsbasierten Zugang in barer Münze.
Andere Computer-Erfindungen der 80er Jahre vermochten sich in Nachhinein und in dieser Form nur begrenzt durchzusetzen. Zum Beispiel der "Lichtgriffel".  Gemeint ist eine Art Maus-Stift, mit dem direkt über den Monitor Befehle anwählen und zeichnen konnte. Eine Mischung aus Nintendo Wii und Touchscreen, sozusagen. Den MO5E von Thomson gabs ab 700 Mark, also ein Schnäppchen. Ah nein, doch nicht.



Wie auch immer: vongestern wäre nicht von gestern, wenn sich nicht zu jedem Thema noch ein paar verstaubte Werbungen finden liessen. Heute - grosse Überraschung - Computer der 80er Jahre.

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Commodore 1984




Commodore Club 1985




Maxell Disketten, 1986




Siemens Geräte für Textverarbeitung und Bürokommunikation, 1986




Siemens Computer, 1986




Philips Computer, 1986





Philips MSX Computer, 1986


Kommentare:

  1. was zur hölle ist eigentlich dieses "buding"? (commodore 1984)

    "kain buding heute? susi"

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