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Montag, 13. Juni 2011

Snowboarden für Fortgeschrittene, 1981

Es wird wieder wärmer draussen, die ersten Dürreperioden sind überstanden und zahlreiche spanische Bio-Gurken-Produzenten erfolgreich ruiniert. Bevor sich der vongestern-Blog Themen wie Ferien, Bikinimode und Speiseeis zuwendet, blicken wir nochmals zurück auf den Winter. Bzw. blicken bereits auf den nächsten Winter - ganz nach dem Vorbild klassischer Versandkataloge, die bereits im Spätsommer die neue Sommerkollektion anpreisen oder Supermärkte, welche die Osterhasen jeweils nahtlos durch die Weihnachtsdekoration ersetzen. Thema: Snowboard. Man darf als vongestriger Blog wahrlich keine Zeit verlieren, wenn man noch über die Anfänge dieses Wintersportgerätes berichten will: Nicht mehr viele Monde und Jahre werden vergehen und man muss der jungen Generation erklären, was ein Snowboard ist, bzw. war. Kinder, einst zogen wir es aus unerfindlichen Gründen vor, auf einem Brett die Piste runterzufahren. Man stand zwar unnatürlich quer, hatte meistens früher oder später einen nassen Hintern, musste vor jedem Skilift mühsam die hintere Bindung lösen,  testete bei Stürzen hilflos die Elastizität sämtlicher Bänder und wenn man nach dem Après-Ski die Gaststätte des Vertrauen verliess, musste man sich erst einmal auf den Hosenboden setzen, um ihn mühsamster Kleinstarbeit die Standfestigkeit zu gewährleisten. Dafür war man cool - besonders wenn man besagtes Hobby in den 90er Jahren betrieb*.  Zeitweise zogen nur noch ein paar vestörte Hausfrauen die Talfahrt auf zwei Spiesserlatten vor.
Doch Mitte der 00er Jahre wendete sich das Blatt:

Die Leute besannen sich, dass Sein oft bequemer ist als Schein. Und selbst die grösste Jugendrevolution spätestens dann ihren Reiz verliert, wenn Familienväter fortgeschrittenen Alters auf den Zug der ewigen Jugend aufgesprungen sind (vgl. hierzu auch den Mythos Harley Davidson). Zurück zu einer Kultur, welche in den 50er- und 60er Jahren einen beispielslosen Siegeszug angetreten hat und sich durch irgendwelche waghalsigen Teenagerfürze auch in Zukunft nicht von ihrem Weg abbringen lassen wird: Ski heil (nicht zu verwechseln mit Sieg heil).

Das konnte man im Winter 1981 natürlich nicht ahnen. Besonders, wenn man - zu meiner Entlastung - mehr mit der Planung der eigenen Geburt beschäftigt war als mit kommenden Wintersport-Trends. Nichtsdestotrotz stach mir kürzlich folgende Randnotiz in der Zeitschrift "Madame" (Januar 1981) ins Auge (nebst Roman Polanski - mit sichtlich schlechtem Gewissen):




* ich betrieb übrigens knappe 15 Jahre dieses Hobby, ehe ich mich endlich wieder auf zwei Brettern wiederfand. Eine gänzlich neutrale Betrachtung kann folglich nicht garantiert werden.

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