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Samstag, 30. Juli 2011

Nella Martinetti († 29. Juli 2011)

Heute erreicht uns die traurige Nachricht, dass Nella Martinetti gestorben ist. Wie bei Amy Winehouse († 23. Juli 2011) kündigte sich ihr Tod seit längerer Zeit an - wenn auch auf eine andere Art und Weise. Obwohl sie in den letzten Jahren scheinbar keine Gelegenheit ausliess, medienwirksam ihr absehbares Ende anzukündigen, kommt ihr Abschied doch etwas überraschend. Man hatte immer das Gefühl, sie würde mit ihrer (zumindest nach aussen) ulkigen Art die heimtückische Krankheit austricksen.
Ihre tragisch-komische Art liess seit den 80er Jahren eine Tatsache beinahe in Vergessenheit geraten: Nella war eine begabte Komponistin. Sie schrieb beispielsweise 1988 den Titel "Ne partez pas sans moi" für die damals noch unbekannte Céline Dion, welche damit den Eurovision Songcontest gewann und danach eine (zugegebenermassen gewöhnungsbedürftige) Weltkarriere startete. Und der Titel "Bella Musica", mit dem die Tessinerin 1986 den Grand Prix der Volksmusik gewann, geniesst in der Schweiz seit jeher Kultstatus.

Nella Martinetti (3.v.r.) mit Céline Dion (rechts) nach dem Sieg des Grand Prix Eurovision, 1988.

Sie war nicht nur eine den Volksnerv-treffende Musikerin, sondern auch leidenschaftliche Bastlerin. 1982 veröffentlichte die ehemalige Kindergärtnerin ihr erstes Bastelbuch "Basteln mit Nella Martinetti". Ich habe es kürzlich gekauft, da es mir für den vongestern-Blog geeignet schien. Man erfährt darin z.B., wie man eine Chiantiflasche in einen Weihnachtsmann verwandeln kann. 2010 erschien übrigens ihr zweites Bastelbuch - aber das erste passt definitiv besser hier rein: Die 80er Jahre - das Jahrzehnt des WC-Rollen-Bastelns!


Zum Ende der CD: Besuch in der CD-Fabrik '85

Die Compact Disc war nicht immer von gestern. In den goldenen 80er Jahren zum Beispiel feierte man die aufkommende digitale Datenrevolution, als gäbe es kein morgen. So richtig warm wurde - in nachträglicher Betrachtung - eigentlich nie jemand mit der Spiegelscheibe, aber das konnte man damals noch nicht wissen. Audiophile lehnten den silbernen Tonträger von Beginn weg ab, da er im Gegensatz zur vermeindlich abgelösten Vinyl-Schallplatte einen kalten, seelenlosen Klang ausspuckt. Die Vorteile der CD lagen auf der Hand: Mehr Musik auf kleinerem Medium und vorallem keine Abnützung durch häufiges Abspielen. 20 oder 30 Jahren lang, danach - und davon sprach damals noch niemand - ist Ende Feuer. Eine Vinyl-Schallplatte kann man bei entsprechender Behandlung jedoch auch in 100 Jahren noch in unveränderter Qualität hören. Höret und lernet.
Also: 1985 erschien im Magazin des Konzertveranstalters "Good News" eine Reportage über die erste CD-Fabrik Europas. Bevor die CD in zwei, drei Jahren ganz verschwinden wird, erscheint auf dieser Seite der eine oder andere Abgesang.


Donnerstag, 21. Juli 2011

En heimelige Härdöpfel mitenand: Schweizer Werbung 1983 / 1984

Im Winter, da regnets, im Sommer, da schneits, in der Schweiz, in der Schweiz, in der Schweiz. Bald, am 1. August, hat es wieder Geburtstag - unser aller Lieblingsland. Grund genug, ein paar alte Werbungen aus der Eidgenossenschaft zu betrachten. Der mit Abstand grösste Teil der vongestern-LeserInnen stammt zwar aus dem grossen, nördlichen Kanton. Doch die Schweiz ist auch in Zeiten eines unanständig erstarkten Frankens ein interessantes Ausflugsziel für Deutsche: Unsere Stärken liegen beispielsweise in der freundschaftlichen Verwaltung steuerbefreiter Sparstrümpfe. Zudem bieten wir massenhaft Arbeitsstellen an Universitäten, in Spitälern und im Pflegebereich. Und das, was die Deutschen oft für Schweizer Dialekt halten, nennen wir "Hochdeutsch". Wenn wir echtes Schweizerdeutsch sprechen, versteht uns höchstens noch ein Schwabe. Die meisten würden doch bereits über den Begriff "Härdöpfel" stolpern (nicht zu verwechseln mit dem gemeinen Schlauchapfel).
In der ersten Hälfte der 80er Jahre schienen Mundart-Slogans in der Werbung aber en Vogue zu sein, was folgende Trouvaillen dokumentieren:


Dienstag, 19. Juli 2011

Stars von gestern vorgestern: Steffi Graf '85/'86

Stars von gestern vorgestern: Die Jüngsten unter uns wissen wahrscheinlich gar nicht, wer Steffi Graf ist. Das verwundert wenig, denn im Gegensatz zu ihrem männlichen Pendant - nennen wir es Bobbele - führt Frau Graf seit jeher ein Leben wie aus dem Bilderbuch. Ein vorbildlicher, skandal- und samenraubfreier Familienmensch. Der Jahrhundertliebling aller Deutschen war 1985 zwar erst 15, aber erfolgreich und populär genug, um auf BRAVO-Postern abgebildet zu werden. Und Homestorys zu machen. Steffi zeigt ihr Kinderzimmer, ihr zu kleines Bett, ihren Boxer, ihren Bruder, ihre Pokale - vongestern.com zeigt, wie das damals aussah. Wie immer in bestechender HD-Qualität.





Mittwoch, 13. Juli 2011

Werbung des Tages: Nivea-Werbung 1985

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Dienstag, 12. Juli 2011

Disco '85: Hält doppelt gemoppelt wirklich besser?

Disco-Bummel 1985 - und BRAVO zeigte, wies geht. Heute eine besonders aufwühlende Frage mit Tiefgang: Lassen sich im örtlichen Vergnügungszentrum Männer besser aufreissen, wenn frau im Doppelpack antanzt? Die Antwort vorweggenommen: Nein. Den Grund präsentierte unsere Lieblingszeitschrift anhand ihrer Spezialdisziplin, dem Fotoroman. Macht Sinn, zumindest kann man sich so etwas vorstellen unter den komplexen verbalen Ausführungen ("Daniela und Michel tanzen immer noch - sie verstehen sich toll. Denn Michels Vater ist Italiener und Daniela ein grosser Italien-Fan").



Sonntag, 3. Juli 2011

Pierrot-Glacékarte 80er Jahre

Viele verbinden mit den Eiskarten der 80er-Jahre Kindheitserinnerungen erster Güte. Jeder hatte seinen Topfavoriten plus div. Alternativen für jede Stimmungslage und jeden Geldbeutel. Pierrot heisst heute Pierrot-Lusso und vertreibt das Glacé-Sortiment unter dem Namen Lusso. Die Rakete Top hört nun auf "Apollo" und hat wesentlich breitere Flügel. Wahrscheinlich kostet sie auch nicht mehr 50 Rappen. Höchste Zeit also, noch einmal zurückzublicken, denn die Eis-Saison steht mehr als vor der Tür - sie ist sozusagen in vollem Gange.



Freitag, 1. Juli 2011

Jeans die (relativ) anmachen - 1986

Heute: Jeans, 1986. Zwei BRAVO-Mode-Ratgeber zeigen, wies geht - in einem Jahr, das einem eigentlich nur durch die WM in Mexiko in Erinnerung bleibt. Und Tschernobyl, aber daran erinnert man sich ja nicht gern (wenn nicht gerade Wahlkampf ist und man den Atomstrom in die Solarzellen-bepflasterte Wüste schicken möchte). Stein des Anstosses ist das Modell links - einfach skandalös. Wenn man die Augen zusammenkneift, könnte man denken, die Dame stamme aus der Pornoindustrie und habe sich in paarungswilliger Übereifrigkeit einen blauen Jutesack mit Ausschnitt um die Hüfte gebunden.
Über Hosen-Schnitte der 80er hatte man und frau ja zu Zeiten der reizenden Hüftjeans (2000's, Baby!) nur ein müdes Lächeln übrig. Man fragte sich eine zeitlang, worin der Sinn bestand, den Saum irgendwo zwischen Bauchnabel und Brustkorb anzusetzen. Antwort: Die Nieren! Save the Nieren!
Mittlerweile hat sich die ganze Aufregung wieder etwas gelegt und die Mode repetiert brav alles, was die 80er konnten und wollten. So meine ich es zumindest beobachtet zu haben in völlig unabhängigen und subjektiven Studien.
Also, hier ein paar aussagekräftige Bilder zum Theme "Jeans, die anmachen" - und anschliessend noch "Jeans mit persönlicher Note".


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