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Alles selbst eingescannt aus alten Zeitschriften.

Freitag, 21. März 2014

Im Jahre 2000... (1957)

Millenium-Bug für Anfänger.
Immer wieder lustig: Wie sich die Menschen früher die Zukunft vorstellten. Vermutlich genau so lustig: Wie wir uns heute die Zukunft vorstellen. Bedenklich: Wenn sich die abgefahrenen Vorstellungen früherer Visionäre eines Tages bewahrheiten. Man kann den Hype um 1984 aber auch übertreiben.

Heute geht's nicht um 1984, sondern um das Jahr 2000. Die Zahl 2000 galt für die meisten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts als Synonym für Zukunft, Moderne und Fortschritt. Hiess beispielsweise ein Rasenmäher «Rasenmäher 2000», konnte man sicher sein, dass man den State of the Rasenschnitt kaufte. Womöglich packte der Produzent sogar noch die zweckentfremdete Bezeichnung «Turbo» drauf, aber dazu ein ander mal.

Heute steht das Jahr 2000 schon bald wieder für retro und kalten Kaffee. Mittlerweile gibt es sogar Mitmenschen mit Jahrgang 2000 – sie können bereits erste Worte sprechen und ein paar Schritte gehen, man mag es kaum glauben. Eben noch haben wir uns an den Gedanken gewöhnt, dass die neuen Jungen einen 90er-Jahrgang haben. Wir werden reicher, intelligenter, erfahrener und schöner – nicht aber jünger. 

Der Zeichner Emerich Huber wagte für die Zeitschrift «Revue» (ein guter Name für eine Zeitschrift!) 1957 einen nicht ganz ernst gemeinten Blick in die ferne Zukunft.

Hier die Bilder in gross:


1957 lebten noch 2,5 Milliarden Menschen auf der Erde. Im Jahr 2000 waren es nicht 4,5 bis 5 Milliarden, sondern 6,12 Milliarden. Aber nicht schlecht geschätzt. Schlafen mit dem «Anti-Lärm-Helm» – darum sind wir zum Glück bis heute herumgekommen. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

Klimawandel durch Körperwärme – wenn es bloss so einfach wäre... Kürzere Röcke und freizügigere Kleidung sah der Zeichner aber treffend voraus. Der Minirock erblickte erst einige Jahre später das Licht der Welt.

Schöne neue Welt: Die Nahrungspille am Montag reicht für die ganze Woche. Wobei die Vorstellung, sich mit chemischen Ersatzpräperaten zu ernähren, im Jahr 2000 vermutlich salonfähiger war als heute (Vitaminpillen etc.).

Aus Wohnungsnot auf den Bäumen hausen – so weit sind wir noch nicht. Knapper Wohnraum ist aber seit Jahren ein Thema. Nebst der Bevölkerungszahl ist auch die individuell «benötigte» Wohnfläche markant gestiegen.

Vom individuellen Flugverkehr wurden wir zum Glück bis heute weitgehend verschont. Dass heute 100 x mehr Autos auf den Strassen herumfahren, ist zwar nicht ganz richtig, aber auch nicht kreuzfalsch. 1957 waren in Deutschland rund 2.5 Millionen PKW zugelassen. 2000 rund 43 Millionen. Also gut 17 mal mehr.

Die Managerkrankheit ist leider tatsächlich ausgebrochen. Deutschland-Australien in 20 Minuten bleibt Utopie – dank Videokonferenz aber auch unnötig.



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