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Samstag, 6. September 2014

Busen-Super-Salbe & Co (70er Jahre)

Ja, das ist jetzt möglich! Zum Werbepreis!
Früher waren alle Zeitschriften voll mit Anzeigen für Busen-Vergrösserungen, Potenzmittel, Sexfilme und sonstigen unhaltbaren Moralfickerein. Im Februar 2013 – lange ist's her – habe ich bereits damit begonnen, die Inserate für grössere Oberweite hier schonungslos offenzulegen (Link). Nun die chronologische Fortsetzung. Oben genannte Sparten folgen in naher Zukunft (sind auch nicht unlustig und nicht zu unterschätzen).

Heute ist diese Art von Anzeigen Geschichte. Das hat vermutlich keine moralische Gründe – die Printpresse würde aktuell ja jeden noch so schlüpfrigen Werbe-Cent mit Handkuss verbuchen. Es liegt wohl eher daran, dass man (hier: frau) nicht mehr daran glaubt, dass man die Oberweite mit einem Präparat oder einer Salbe vergrössern kann. Und muss. Und das ist auch gut so. Nicht, dass sich das Interesse an besagtem Thema aus der gesellschaftlichen Agenda verabschiedet hätte: So wurde kürzlich in die breite Öffentlichkeit getragen, dass sich Frauen neuerdings Kochsalzlösungen in die Oberweite spritzen lassen, um 24 Stunden lang nicht mit den Reizen geizen zu müssen (Quelle z.B. Focus.de, Blick.ch und auch der Stern, aus welchem ein paar der unten gezeigten Anzeigen stammen... Ironie der Geschichte: Eigentlich hat sich nichts geändert, ausser dass die Busenvergrösserungs-Industrie die Werbung heute kostenlos erhält).


«Auf den Busen kommt es an!» Der Rest klingt wie ein zeitgenössischer Deutschrap: Körper ist heute Mode. Vollendete Form. LADYFORM.

Hier zumindest ein Beispiel ohne Hokuspokus, sondern mit ehrlichem Büstenformer-Shit.

«Extra stark»  – die Dame kann ein Lied davon singen.

Die stolze Besitzerin dieser bewunderten Büste!


«Forte-Plus-Komplex-Methode»... noch Fragen? Doppelfaktoren-Verfahren... noch FRAGEN????


Ein Versuch lohnt sich. Und man spart 8 Mark Fuffzig in der praktischen Kominationskur!

Sexy Kurflasche für ca. 10 cm – Monopharm München machts möglich!

Hier hat sich ein Werbetexter verwirklicht: «Ihr Busen wird ganz fest und gross!» Jawohl!

12 cm Umfangszunahme für 30 Mark. Wahre Super-Brüste von bestechender Schönheit.

Hier wieder ein seriöses Angebot: Haftschalen. Auch wenn das Wort nicht wirklich sexy ist – zumindest hats eine Wirkung. Nicht das Wort, aber die Haftschalen.

Gynäform-Büsten-Emulsion. Nuff said.

Hier wurde zum Glück auch einmal an die Schweizerinnen gedacht. Und der Name W 460 lässt eigentlich keine Fragen mehr offen. Ordnern.

Prächtig: «Sie wollen Bewunderung erregen. Handeln Sie!» Ordern.

«d. innere u. äussere Behandlung! Ihr Busen w. fest, straff u. gross! Kombinat.-Kur m. Doppelwirkung!» Der Adler ist gelandet, der Adler ist gelandet!

Ein ganz toller Super-Busen – ja, das ist jetzt möglich! Aber natürlich nur mit der «extra-starken Busen-Super-Salbe». Verblüffende Erfolge bei 8950 Frauen!

Hier hat sich der Vorbesitzer der Zeitschrift künstlerisch verwirklicht. Ein schönes Werk, durchaus für die Ewigkeit. Er hatte zumindest eine Vorstellung, wie was genau auszusehen hat.

«Die Brust... verführerischer Schmuck der Frau». Hoffentlich liest Alice Schwarzer hier nicht mit.

Im Gegensatz zur Busen-Super-Salbe (siehe oben) wird hier mit der Super-Busen-Salbe geworben. «Anzeige ausschneiden und einsenden – gilt als Gutschein.» Wie grosszügig!

Dieses Angebot stammt aus Lausanne (CH) und strahlt somit die pure Seriosität aus. Ein schön gestalteter Bon mit Feld zum Ankreuzen... perfekt!



Kommentare:

  1. So ein Schmuddelkram...

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  2. Ich möchte ja nicht wissen, wie viele Frauen damals wirklich die Busen-Salben gekauft und täglich fleißig gecremt haben. Die Industrie hat sich sicherlich dumm & dämlich verdient.

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    1. Das gibt es heute noch. Schau mal in der lila Drogerie ganz nahe beim ebenso Schlangenöl-seienden Cellulitis-Kram nach. (Funktioniert übrigens beides gleich...und zwar gleich wie Antifaltenzeug :D)

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  3. Der Spitzbusen (Busen.. hihi) hat sich ja so schönheitsidealtechnisch dann doch nicht endgültig durchgesetzt.

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  4. > Heute ist diese Art von Anzeigen Geschichte.

    Das hatte ich auch gedacht, habe eine derartige Anzeige aber erst am vergangenen Wochenende in einer aktuellen Zeitschrift entdeckt (allerdings für eine männliche Zielgruppe).

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  5. Nürnberg scheint ja das Büsten-Booster-Mekka schlechthin gewesen zu sein...

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  6. wunderschöne bilder...

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