Alles exklusiv eingescannt aus alten Zeitschriften.

Mittwoch, 10. September 2014

Mitten in Deutschland! (1973)


Neues aus dem Lager des Qualitätsjournalismus' – oder «So doof können Schlagzeilen sein». Und das mitten in Deutschland. Je länger man über die Lesben-Aussage nachdenkt, desto blöder wird sie. Haftete lesbischen Frauen normalerweise der Ruf an, besonders herzensgut zu sein? Oder wurde hier die Grausamkeit der Lesben ein weitere Mal bestätigt? Die Dame mit dem Duschvorleger scheint jedenfalls betrübt darüber zu sein, unweit solcher publizistischer Höhenflüge posieren zu müssen.

Auch nicht unspannend: «Protest auf offener Strasse: Mit nackten Busen gegen die Polizei». Was heute dank Femen an der Tagesordnung ist, erregte damals noch Aufmerksamkeit. Zumindest bei denjenigen Medien, die sich irgendwo zwischen Revolverblatt, Sexheft und Nachrichtenmagazin einordneten. Oder anders gesagt bei denjenigen Lesern, die sich vor allem für den Bereich «Sexheft» interessierten (also alle).

Damit jetzt nicht wieder alle kommen mit «diese Story hätte mich interessiert» (so geschehen letztes Mal beim Harem-Cover der BUNTE) werde ich diesmal noch auflösen, was für spannende Geschichten hinter diesen noch spannenderen Schlagzeilen verstecken.








Kommentare:

  1. Großartig! Vor allem die Expertenmeinung von Dr. Heimlich, äh, Heimberg scheint mir Rückschlüsse auf die Zielgruppe des Blattes zu erlauben, der hier genau das erzählt wird, was sie hören will ...

    AntwortenLöschen
  2. Auch genial die aussage dass eine frau nicht an eine trennung denken sollte bloß weil ihr mann in den puff geht. Wo kämen wir denn da hin?

    AntwortenLöschen
  3. Mein Geburtsjahr! Und damals gab's schon Lesben? Cool!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lesben gab es schon immer. Das Wort kommt von der Insel Lesbos, auf der Sappho, eine vermutlich bisexuelle DIchterin, wohnte und Frauen in Dichtkunst unterrichtete.

      Löschen
  4. Wahnsinn. Da sieht man mal, dass sich die Gesellschaft doch ziemlich flott weiterentwickelt. So entsetzt ich darüber bin, dass sowas mal abgedruckt werden konnte, so froh bin ich auch, dass das heute, zumindest in dieser Deutlichkeit, nicht mehr möglich ist. Oder wenigstens eine Welle der Empörung ("Shit Storm") nach sich ziehen würde.

    AntwortenLöschen
  5. Der Mann hat Paula dazu gezwungen, das Kind auf die Welt zu bringen, und sie sah sich aufgrund der Gesellschaft dazu gezwungen, sich mit einem Mann einzulassen - und dann ist es nur ihre Schuld, was dem Sohn passiert ist? Fuck logic!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dass das früher noch mehr als allein ihre Schuld gesehen wurde, ist der Grund, wieso mich "Ich brauche keinen Feminismus"-Frauen so wütend machen. Die brauchen Geschichtsunterricht, damit sie sehen, was sich auch gesellschaftlich bereits verändert hat.

      Löschen
  6. Aber das war ja auch nicht anders von einer farbigen Lesbe zu erwarten.
    Anständige deutsche Lesben hätten das nie gemacht.

    AntwortenLöschen
  7. "Sie will ihm nicht glauben, was er im Bordell erlebte".. Die Neue Revue war offensichtlich das "heftig" der 70er.

    AntwortenLöschen
  8. Das Bild von der Fußballfrau ist natürlich gerade im richtigen Moment fotofrafiert ;.D

    AntwortenLöschen
  9. Leider sind heutige Klatschblätter nicht viel besser.

    AntwortenLöschen
  10. Die Neue Revue ist nicht zu toppen. Ich hatte gerade lesen gelernt da musste ich mal einen halben Tag im Wartezimmer eines Zahnarztes verbringen, der dieses Käseblatt da hatte... einige der Leserbriefe haben sich auf ewig in mein Gedächtnis gebrannt :)

    AntwortenLöschen
  11. Moment, der Journalist hat nicht mal eingegriffen oder die Polizei geholt? :D

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...