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Freitag, 5. Februar 2016

Hipster (1998)


Es gab scheinbar mal eine Zeit, in der mit «Hipster» eine Art von Hosen bezeichnet wurde. Ging – aus gutem Grund – komplett an mir vorbei. Heute sind Hipster bekanntlich Menschen, die so unfassbar kreativ, individuell und anders sind, dass es eine Freude ist, täglich ihrer – unbewusst – gleichgeschalten Uniformierung zu begegnen. Sie definieren sich in erster Linie dadurch, sich von Hipstern zu distanzieren. Ihr Umfeld und ihre Umwelt sind sich aber einig: Es sind Hipster. Und sie wirken nicht selten etwas lächerlich äusserst kreativ, mit ihren Rennrädern, Bärten und Dutts. Sie leben vorzugsweise in Zürich oder Berlin, weil nur diese Städte ihrer grenzenlosen Kreativität und ihrem Individual-Lifestyle gerecht werden. Zürcher Hipster ziehen als ultimatives Hipster-Update nach Berlin. Dort ist man natürlich hoch erfreut über den Zuzug, denn Hipster kann eine Stadt nie genug haben. In ihrer Heimat erzählen sie dann gerne und oft, dass sie jetzt in Berlin leben, weil die Stadt so unfassbar kreativ sei und sie dort endlich so richtig ihre Kreativität ausleben könnten. Mit veganen Sneakern und Macbook im Strassencafe Soja-Latte schlürfen und so. Sie lassen sich nicht gerne in Schubladen stecken – was vermutlich daran liegt, dass sie sich bereits in einer befinden: In der Hipster-Schublade. Dort bleiben sie auch. Und tun zum Glück niemandem weh, was man ihnen hoch anrechnen muss. Kussi.

So, kurzer Exkurs, zurück ins Jahr 1998 zu den Hosen. Und den tollen Schuhen. Zum Beispiel beim Bild «Glamour». «Wer mit der Mode gehen will, kann auf Hipster nicht verzichten», schrieb Girl! damals. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert: Niemand kann auf Hipster verzichten.










Kommentare:

  1. Als Hipster werden schon lange und heute immer noch, Unterhosen bezeichnet, die besonders tief an der Hüfte sitzen. Daher wunderte ich mich auch, als dieses Wort in Zusammenhang mit einer Personengruppe das erste mal las.
    Wer wird schon gerne als Schlüpfer bezeichnet? ;-)

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  2. Ein bodenlanges (China-)Kleid kostete 69 DM, ein Fetzen Stoff (das "raffiniert geschnittene" grüne Top) 79 DM!? Und für das durchsichtige Nichts mit rotem Federkragen hat man sogar 109 DM hingeblättert? Watsefak? :o

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  3. Was hier als Hüfthose bezeichnet wird ist schon etwas komisch - Hüfthosen waren doch die tollen Dinger, bei denen man in der Bikinizone rasiert sein musste damit kein Bärchen rausguckte.

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  4. Schon beeindruckend, wie sehr nach 90ern so ein angeblicher "Sixties-Look" aussehen kann.

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  5. Zu Flitzpiepe: Ja wirklich, also Hüfthosen sind die, bei denen der Tanga rausguckt, egal ob man steht, sitzt oder überhaupt einen anhat.
    Und wichtig ist noch zu erwähnen, dass Leipzig (aka. Hypezig) jetzt Berlin abgelöst hat. Also: Hüfthose an und ab geht’s in den Osten!

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  6. 109 Mark für den roten Bordellfetzen ?

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  7. Die original Hipster waren eine Subkultur in den 1940ern, hauptsächlich in den USA.

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  8. Die späten Neunziger waren auch die Blütezeit der Size-Zero-Models, wie man an diesem Hungerhaken schön sehen kann. Wenn man da nicht mithalten konnte, blieb leider nur der "Extra-Tip für Mollige".

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    1. "Mollige" = Gr. 38 (bei 1,70m). Oh Mann...

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  9. Oh ja, ich lebe in Berlin und es gibt wirklich massig von den Bärten und Dutts. Und sie sehen wirklich alle gleich aus, es ist unfassbar, wie gleich sie aussehen, absolut uniformiert. Und die hipsten Touri-Hipster, die sich mal in die große Stadt getraut haben, rennen den ganzen Tag mit Bierpulle in der Hand rum und finden das ja so cool und in Berlin trauen wir uns mal was, was wir in unserem Dorf nicht dürfen. Und alle machen was mit Medien. Wie Du siehst, könnte ich stundenlang darüber lästern, ähm, ich meine, plaudern. ;-)

    Viele Grüße,
    Moppi

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  10. Sensationell gute Hipster-Definition. Darf ich diese verwenden (natürlich mit Quellenangabe)?

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  11. Möchte man aber wirklich so gelangweilte Blicke auf sich ziehen, wie das zum Glamouroutfit gehörige Foto suggeriert?

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  12. Was ist eigentlich mit dem Geschirr in dem Regal über der Spüle passiert? Das sieht sehr merkwürdig aus ...

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    1. Das war Photoshop 5.0 ... damit ging’s noch nicht anders, wenn am Bildrand was gefehlt hat.

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    2. haha, super. jetzt sehe ich nichts anderes mehr

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  13. Du hast die Wiener Hipsters vergessen... die aus Mitleid mit den Tieren vegan leben und dann ein Kakerlaken-Terrarium in eine extrem laute Disco stellen (letzten Mai gesehen)

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  14. "Die bequeme Kombi für zu Hause"... Bequem... mit den Schuhen???

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    1. Stelbstversändlich. Ist doch der angesagte Sixties-Look - und in den Sixties trug man solche Teile immer und überall. Weiß man doch...

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  15. So richtig glamourös wirkt das Glamour-Outfit aber erst durch die flippige Socken-Sandalen-Kombi!

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  16. "Der Lange Strickmantel kaschiert gekonnt breite Hüften und streckt gleichzeitig optisch." Jep. Und die Schuhe verkürzen die Beine dann gleich wieder.

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  17. Hipster sind Hosen, die auf der Hüfte sitzen! JEDES Mädchen, das in den 90ern sozialisiert wurde weiß das ;-)

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