Alles selbst eingescannt aus alten Zeitschriften.

Freitag, 30. September 2016

Tu es nicht, Mutti! (1990)




Eine beruhigende Vorstellung zum Einschlafen: Die Mutter, die nachts ins Zimmer schleicht und einem die Metaller-Mähne abschneidet. Pädagogisch wertvoll. Erinnert ein wenig an die Geschichte, dass man früher den Kindern bedrohlich-wirkende Puppen («Der Schwarze Mann») neben das Bett gesetzt hat, um so einen reibungslosen, ruhigen Schlafprozess zu erzwingen. Die Praxis wurde erst überdacht und schliesslich abgeschafft, als die ersten Kinder vor Schreck gestorben sind (Quelle: «Sanft & Sorgfältig»).

Metaller Udo (15) hat dem psychischen Druck hoffentlich standgehalten und für seine Mähne gekämpft. Vermutlich schon. Denn das Dr.-Sommer-Team hat ihn wirklich gut beraten um z.B. wichtige Sätze wie «Du stehst auf Deine langen Haare, lieber Udo.» mit auf den Weg gegeben. Die Sache konnte sich als geritzt betrachten. Hoffentlich hat dann auch Mutti eingesehen, wie wichtig es Klein-Udo ist, seine Mähne in der Disco zu knallhartem Heavy-Metal-Sound herumzuwerfen. Go for Gold, Udo!





Alle bisherigen, kniffligen Fälle der «Tue es nicht!»-Reihe hier.


Donnerstag, 29. September 2016

Die richtigen Zutaten für 'ne fetzige Fete (2004)

Wovon ich nie genug kriege: Wenn Werbung in einer vermeintlichen Jugendsprache Jugendliche ansprechen will, damit meilenweit daneben liegt und am Ende wohl sogar das Gegenteil erreicht. Mit Vorteil mit sexy Beamten-Absender. Hier: «Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft». Übrigens irre stark, mit welcher Leichtigkeit offenbar die Themen in Deutschland zu Ministerien zusammengewürftelt werden. «Bundesministerium für Wirtschaft, Liebschaft und Pavianärsche».

Kurz: ein besonders schönes Beispiel. Zustand: Miserabel. Inhalt: fetzig! TV-Moderator Marc Langebeck – wer kennt ihn nicht! – gab sich für einer im Kern sicherlich gute Sache hin. Die Aktion «Besser essen. Mehr bewegen. Kinderleicht.» setzte sich dafür ein, dass junge Menschen besser essen und sich mehr bewegen. Und so weniger krank werden. Und so das Gesundheitssystem weniger beanspruchen. Und so.



Weil das Bundesministerium für Vebraucherschutz, Ernährung und Pavianärsche nicht Jugend spricht, wurde wohl eine fetzige Werbeagentur beauftragt. Nicht die Beste. Vermutlich die hauseigene Kommunikationsabteilung, die sonst Flyer für Bauern gestaltet. Flyer, welche den Bauern erklären, wie viel von welchem Pflanzenschutzmittel sie auf eine genormte EU-Gurke kippen dürfen.


Jetzt nur noch kurz herausfinden, wie man die Jugend anspricht und erreicht. Hier eine kurze Anleitung:

  • Das Wort cool bei jeder sich bietenden Gelegenheit verwenden.
  • Englische Wörter und Sätze sind generell fetzig! Klotzen, nicht kleckern!
  • Die drei Hauptthemen der Jugend: Pickel, Beauty und Party.
  • Wenn man Jugendlichen sagt, dass Alkohol und Nikotin uncool seien, sind sie beeindruckt und lassen augenblicklich die Finger davon.
  • Erinnert Euch an Eure Jugend – was war damals angesagt? Das ist mit Sicherheit auch heute noch angesagt. Jugend bleibt Jugend, ne? Ja? Was?
  • Die Jungen trinken auf ihren Feten Bowlen. Auch 2004. Und: Bowlen mit Fruchtsäften und Mineralwasser werden cool, wenn man sie als «Coole Drinks» ankündigt.
  • wenn immer möglich 'ne, 'nen, 'nem einsetzen. Klaro?
  • Coole Wörter und Ausdrücke der zeitlosen Jugendsprache – nach Belieben verwenden, kombinieren, ausprobieren: Xmas, um die Wette funkeln, Party, absolut, fies, Teil, Beauty, Killer, Beautykiller, Gähn..., Kracher, knackig, Food, Power, abtanzen, ohne Ende, scharf, Action, Dance, Contest, lässig, doof.
  • Falls sich die Gelegenheit bietet: Das Wort «Latino-Schleicher» einsetzen.

Eat it!







Mittwoch, 28. September 2016

AGFA-Hit-Kiste (1974)



Endlich wieder mal ein Wettbewerb, der Sinn macht. 1974 verloste AGFA 150 Hit-Kisten «mit allem Drum und Dran, was man für Freiluft-Feste braucht.» Sehr gut!

Sehr gut 1: Die Preisfrage. Kassetten schrieben sich damals noch mit C. Die von AGFA waren aber definitiv die Stimmungsmacher Nr. 1 auf Freiluft-Festen. Die Preisfragen waren scheinbar schon damals äusserst anspruchsvoll.

Sehr gut 2: Für eine 1A-Freiluft-Fete benötigte die Jugend damals noch Utensilien wie Käsebrett, Pfeffermühle, Besteck, et cetera. Da ist die heutige Jugend wesentlich anspruchsloser: 1 Flasche roter oder grüner Wodka, 1 Liter Süssgetränk, 1 mies-klingende Boombox, 1 Smartphone – fertig.

Sehr gut 3: Damals musste man die Antwort noch auf einen Coupon schreiben, diesen ausschneiden, ihn auf eine FRANKIERTE!! Postkarte kleben und ihn explizit an die «Werbeabteilung» (Kennwort «Hit-Kiste») senden. Romantisch!



Dienstag, 27. September 2016

Psycho-Test: SMS-Typ (2004)



Lauscher auf, Simser-Freunde! SMS-Test steht an! Um dem «Psycho-Test» noch etwas Würze zu verleihen, liess BRAVO 2004 auch Usher auf den Test los. Er hat ihn mit Sicherheit selbst absolviert; abends in seiner Villa bei einem guten Glas Wein. Besonders lange musste er wohl bei Frage 6 überlegen. Aber dann stand fest: IHDGDL ist Ushers allerwertvollstes SMS-Kürzel.

Tief blicken liess er dann auch bei Frage 9: «Weiss ich gar nicht». OK!

Bei Frage 2 vongestestelt es dann gewaltig: «Kommst du mit Deinen 160 Zeichen pro SMS aus oder musst Du immer überziehen?» Vermutlich ist «SMS überziehen» eines dieser Dinge, welches die Generationen in «wissend» und «unwissend» unterteilt. So wie z.B. die halbjungen Menschen heute das berühmte Bild mit der Kassette und dem Bleistift nicht verstehen. Oder ein Kollege hat mir kürzlich erzählt, ein Jugendlicher habe seine Wählscheibenhandbewegung nicht als Telefon interpretieren können. Und den Modem-Einwähl-Ton kennt man entweder – oder eben nicht.

True Story! So. Habt Ihr den Test ausgefüllt? Dann gingen wir nun zum gemütlichen Teil des Abends über: Der Auswertung. Wie im richtigen Leben gilt: Bei Gleichstand zählt Blatt vor Stern, Stern vor Herz, Herz vor Sonne. Macht Sinn. Ohne Gemüse keine Liebe, ohne Liebe keine Solar-Anlage.

Sehr gut gewählt die Prominenten, mit denen BRAVO die SMS-Typen verknüpfte. Zum Beispiel die Erklärung bei Jason Bourne... ähm ja. Oder wie K.I.Z einst sangen: «Weit hergeholt wie die Kinder von Madonna». Gut hingegen der anschliessende Ratschlag: «Wenn du weiterhin so sparsam mit Deinen SMS umgehst, bist du demnächst ziemlich out bei deinen Freunden. Also: Simse los!». Powered by T-Mobile. Und nun: auswerten!





Montag, 26. September 2016

Neulich beim Nena-Konzert (1984)


Was für eine romantische Geschichte. Mit Wunderkerzen und allem, was dazu gehört. Zum Beispiel einer geschulterten Freundin. «Du sprichst hochdeutsch» – mit diesem Alleinstellungsmerkmal war die braunhaarige Nadel im Heuhaufen sicher schnell gefunden.

Nena selbst – ebenfalls braunhaarig und für viele 80er-Jahre-Lümmel DAS Traumgirl schlechthin – trug drei Jahre später blond. Sah so «na ja» aus. Bleibt eigentlich nur noch die Frage: Wieso lagerte Nena VHS-Kassetten und einen Reisekoffer in ihrem komplett eingerichteten Home-Studio?




Sonntag, 25. September 2016

Smartwatches by Quelle (1983)



Erkennen Sie Ihre täglichen «Hochs» und «Tiefs». Aber nur bis 31.12.1999 – danach Millenium-Bug. Trost: Der Funktionisbereich startete bereits am 1. Januar 1900 und kann sich so mit stolzen 100 Jahren doch sehen lassen. So im Nachhinein.

Für 189 Mark Fuffzig gab es bei Quelle das Modell mit dem elektronischen Wörterbuch. 2723 englische Wörter sollten reichen. Aber nur 2913 deutsche? Wenn man bedenkt, dass allein schon der Berliner fast 500 Wörter für «Schnee» kennt. Und überhaupt: «Speicherkapazität für...» – musste man die Wörter selbst eingeben? Machte sicher irre Spass auf der praktischen 6-Tasten-Tastatur.


Freitag, 23. September 2016

Die komplizierten Probleme von geschlechtlichen Beziehungen zwischen Familienangehörigen (1973)




Keine Ahnung wie das heute läuft. Hoffentlich konkreter – und speditiver.  Etwas verstörend, wie hier «geholfen» wird. Aber don't hate Dr. Sommer, hate the Game: Früher lief das wohl so. Und auf den Fall «Vater in Haft, Mutter ohne Einkommen, Kinder im Heim» war scheinbar auch niemand so richtig vorbereitet. Darum lautete hier die Devise: Bloss den Vater nicht an die Behörden ausliefern, sonst ist der Rest verloren – und die Nachbarn könnten ja auch noch sonst was denken. Ein cleveres System. Und irgendwann hörte man dann sogar auf, bei sexuellem Missbrauch von «geschlechtlichen Beziehungen zwischen Familienangehörigen» zu sprechen. Hut ab!

Donnerstag, 15. September 2016

Komponieren in der eigenen Bude (1992)



Was geht ab, Rapper, Home-Recorder und Spiele-Freaks? Hier gibt es die neusten Trends aus dem Producer-Bereich (PB). Das Rap-Geschäft braucht Ihr in Zukunft nicht mehr Hammer (MC Hammer, Anmerkung der Redaktion, Kussi!), Vanilla Iceoder der 2 Live Crew allein zu überlassen. Traut euch und kauft die witzige kleine Maschine «Rapman» von Casio. 199 Mark Fuffzig und Ihr seid gross im Geschäft. Damit ersetzt Ihr ein ganzes Scratch-Orchester.

Aber Obacht: Mit dem zierlichen, von 7,5-Batterie-Volt angetriebenen Rapman könnt Ihr keine Strassenzüge beschallen. Das versteht sich zwar von selbst, aber einfach, dass es danach kein böses Blut gibt. Ist zur Sicherheit im Artikel nochmals explizit erwähnt. Durch den Anschluss an einen Ghetto-Blaster o.ä. lässt sich phontechnisch natürlich gewaltig Land gutmachen, ok?

Und falls Ihr GANZ GROSS raus wollt, könnt Ihr den Atari 1040 STE mit sagenhaften 1 MB RAM holen! Arbeitsspeicher kann man schliesslich nie genug haben – da darfs im Zweifelsfalls auch mal etwas mehr sein.

Besonders erwähnenswert scheint noch dieser heisse und zeitlose Producer-Tipp: «Trotzdem empfielt es sich aber grundsätzlich, das Mikro möglichst nahe an die Lippen zu halten und volle Kanne hineinzuröhren, damit Euer Rap sich gegen den Hintergrund auch voll durchsetzt».

Das macht z.B. Fler schon lange so und deshalb spielen seine Alben phontechnisch auch in einer anderen Liga. Real Talk!

Am Ende des Artikels sind noch zwei mehr oder weniger zufällig ausgewählte Casio-Rapman-Videos eingebettet. Nur für den Fall, falls Ihr noch unschlüssig seid.



Montag, 12. September 2016

Sonntag, 11. September 2016

Foto Love Story – Faktencheck



Halli, hallo, wie angekündigt wird reiner Tisch gemacht. Erst aber noch kurz (aka lang) zu den jüngsten Vorgängen: In den vergangenen Tagen gab es viel Verwirrung, weil die Seite down war. Ich habe die Domain transferiert und die Supports hatten – obwohl der von Google sehr nett und freundlich war – nicht halb so viel Ahnung wie der Youtube-Inder, der am Ende die Lösung lieferte. Bzw. den Lösungsansatz, denn das Problem war wirklich etwas doof. Es bleibt die Erkenntnis: Google interessiert sich für Fragen wie: «Auf welche Roboter-Technik oder Energie-Gewinnungs-Methode wird die Menschheit bald angewiesen sein und was kostet sie?»

Aber Google interessiert sich weniger für Fragen wie: «Halli, hallo, ich bin ein Blogger aus der Schweiz. Ich habe 2010 über Google eine Domain gekauft. Weil ich sie scheinbar gar nicht bei Google gekauft habe, und sie nun sechs Jahre lang so halb-komisch über eine andere Firma namens Enom abgewickelt wurde, habe ich sie nun auf eine andere Registrar-Kacke namens Godaddy übertragen. Damit ich wenigstens die volle Kontrolle habe. Leider funktioniert nun plötzlich nichts mehr».

Dann kamen sehr viele, lange Telefongespräche mit verschiedenen beteiligten Firmen und das Fazit war eigentlich überall: «Viel Glück bei der Lösung Ihres Problems – leider können wir Ihnen nicht helfen, da wir die Lösung nicht wissen. Wir vertrösten Sie deshalb mit der Erklärung, dass es nicht in unseren Kompetenzbereich passt oder dass die andere Firma für das Problem zuständig ist. Tschüssi!»

Ich hab's dann doch noch irgendwie geschafft – fragt mich nicht wie. Vielleicht nehme ich nächstens mal das Projekt in Angriff, den Blog von Google Blogger weg auf Wordpress zu transferieren. Irgendwo auf einen gemütlichen Server in den Schweizer Alpen. Wo der Server-Wart abends vor knisterndem Kaminfeuer ein Fondue isst und den Tag Revue passieren lässt. Ich freue mich schon wie ein kleines Kind darauf. Wird sicher lustig.


Foto-Love-Story: Der Faktencheck 2016

Zurück zum Thema: Es gab im Internet derart viel Verwirrung, Wut, Trauer und Tränen, dass es an der Zeit ist, Licht ins Dunkeln zu bringen. Leute klauten Bilder und merkten nicht, dass es plumpe Fälschungen waren. Die Ärmsten. Das soll natürlich nicht mehr vorkommen. Deshalb hier alle Bilder, die in den bisherigen kommentierten Fotoromanen abgeändert erschienen. Für alle, die sich die Mühe gemacht haben, die Romane stundenlang zu lesen, ist es ein entspannter Rückblick. Für alle anderen ein neuartiger Einblick in eine geheimnisvolle Welt, in der nicht automatisch alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Zum Beispiel kann ein Pferd vielleicht gar nicht sprechen, obwohl es eine Sprechblase hat.







Donnerstag, 1. September 2016

Hyper, Hyper, Kussi WTF (2016)

Viele meiner sehr geschätzten Leserinnen und Leser haben in den vergangenen Wochen immer wieder versucht, die Verbreiter gewisser Bilder auf die Hintergründe dieser Bilder hinzuweisen. Leider ohne Erfolg. Spätestens wenn von mir eigentlich sehr geschätzte Reichenweiten-Blogs wie Schleckysilberstein auf den Zug mitaufspringen, besteht evtl. Handlungsbedarf. Deshalb hier mal ein weiterer Aufklärungsversuch.





Vongestern.com verstehen – Perlen der Bravo Foto Love Story

Viele Foto-Love-Story-Bilder, die Ihr als Perlen der Foto-Love-Story-Geschichte abfeiert, wurden von mir höchstpersönlich verändert. Neudeutsch: Es sind Fakes. Nicht, um irgendwen in die Irre zu führen, sondern um die sehr geschätzten (und scheinbar äusserst medienkompeteten) Leserinnen und Leser meiner kommentierten Fotoromane zu unterhalten. Ich ging nie davon aus, dass jemand die doch sehr offensichtlichen Umschreibungen und Fotomontagen nicht verstehen könnte.

Sorry, aber denkt Ihr ernsthaft, BRAVO texte ein Bild mit «Hyper, Hyper! Techno! Kussi! Scooter»? Habt Ihr ernsthaft das Gefühl, BRAVO verpasse einem Pferd eine Sprechblase und lässt es «Halli, hallo! *wieher* *schnaub*» sagen? Sagen!?

Dieses eine Scooter-Bild da, da habe ich sogar den Hintergrund verändert – sieht man das nicht? Die Perspektive stimmt überhaupt nicht, die Feiernenden im Hintergrund stammen aus einer völlig anderen Zeit.

Klaut doch die orignalen Bilder und lacht darüber, falls sie lustig genug sind. Aber langsam mache ich mir fast ein wenig Sorgen um den guten Ruf der damaligen Autoren. Die – man mag es kaum glauben – keine Pferde zum sprechen gebracht haben. Und auch das Wort «Kussi» nicht verwendet haben.

Da das Internet meist nur Bild versteht (und Lang Wort nicht lesen mag), publizieren ich bald die Kollektion aller Bilder, die man nur mit Bedacht als Original weiterverbreiten sollte. Oder mit etwas Menschenverstand.

Kussi zusammen.




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