Alles selbst eingescannt aus alten Zeitschriften.

Samstag, 7. September 2013

Fotoroman: Lambada Fieber (1990)

Nein, mit angezogenen Affen, du Horst.
So, Freunde, ein weiterer Fotoroman steht vor der Tür. Der Letzte stiess zwar auf grosses Interesse, war aber leider auch sehr lang. Man musste fast ein ein, zwei Tage einrechnen, um dieses Monstrum bändigen zu können. «Lambada Fieber» ist etwas schlanker. Entsprechend dünn ist die Story. Aber zumindest gibts etwas nackte Haut, einen äusserst blöden kleinen Bruder und ein Sountrack, von dem andere Fotoromane nur träumen können: Lambada!

Dass Lambada eigentlich kein Lied, sondern ein Tanz ist, war mir bisher noch nicht bewusst. So lernt man nie aus. Eigentlich habe ich das Lied - ihr wisst welches... DAS Lied halt - immer gehasst. Aber es gehörte trotzdem dazu. Und wird heute noch von manch einem Animations-DJ im Robinson Club aufgelegt, wenn die Rentner und Kleinkinder nach Stimmung schreien.


Jedenfalls war Lambada der pure Sex in Tanzform. Auf Wikipedia ist zu lesen: «1990 entschied das Arbeitsgericht in Bocholt, dass ein Arbeitgeber eine Beschäftigte nicht in die Nähe der Prostitution rücken dürfe, wenn diese bei einem Betriebsfest Lambada getanzt habe. Der Tanz sei nicht unsittlich, so das Gericht, er sei vielfach bereits im Nachmittagsprogramm des öffentlich-rechtlichen Fernsehens – zu unterscheiden von den privatrechtlichen Medien – gezeigt worden. Der Speditionsunternehmer aus Gronau wurde dazu verurteilt, der Frau Lohnersatz und Schmerzensgeld zu zahlen.»

Das dürfte wohl Einleitung genug sein. Zur Einstimmung noch DAS LIIIIED, das damals so unfassbar erfolgreich war - das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Heute gilt ja schon «Blurred Lines» als Sommerhit - das Wort verdient den Namen nicht mehr.



Hier mal das wunderschöne Logo des Fotoromans.

Das sind die Protagonisten. Die BRAVO-Schreiber deuten schon mal an, dass Babsi zuerst auf Fabian steht und dann... na ja, nur nicht zu viel verraten gleich zu Beginn. Ausser vielleicht alles. Fabian ist halt eher der Kumpeltyp, aber der hat bekanntlich schlechte Karten. Bessere hat Tobi, der nicht nur «Alleskönner», sondern auch Playboy und Lambada-Gott ist. In wen sich Babsi im Laufe der Geschichte verguckt, wollen wir an dieser Stelle aber noch nicht verraten!

Da Fabian ein dufter Kumpeltyp ist, liegt ihm der Hausfrieden im Hause Babsi sehr am Herzen. Babsi ihrerseits deutet schon mal an, in welchem stilistischen Zeitalter wir uns diesmal bewegen: Im tiefsten Mittelalter des Kotz-Geschmacks.

High Five, Babsi! Momentan stünde Prinzessin Schlafsackjacke ja noch auf Kumpel Fabian.

Ja, ist gut. Coole Gestik, Alter!

Ja ist gut jetzt, Abmarsch, mach dich vom Acker! Bussi! Tschü-hüüüüüs!

Nein, natürlich nicht. Moment... doch, sie können.

Gute Taktik, Babsi. Danach: Umziehen!

25 Mark - das geht in Ordnung. Das wären heute ungefähr 25 Euro und über den Daumen gerechnet 25 Ostmark. Da haben wir unser Geld schon für Dümmeres aus dem Fenster geworfen.

Jetzt kommt David ins Spiel. Schaut ihn euch an! Der Pullover rundet seinen feinen Charakter ab - ein Wohlfühlpaket mit Brille.

Der Vater ist der infoffizelle Held dieses Romans. Er verspricht Spannung, Romatik und Leidenschaft. Aber Tanzkurse sind für ihn überhaupt kein Thema. Übrigens: Wieder einmal hat sich ein Getränke-Hersteller ins Bild geschmuggelt. Rein zufällig natürlich. Treue Leserinnen und Leser wissen, wer der Getränke-Babo ist.

Besser wärs, Babsi! Immer feste drauf!

Hier ist sie richtig süss, unsere Babsi!

Grünes Licht für den Lambada-Kurs! Zusammen mit dem gelben Pullover von Stress-David könnten die Beiden eine Ampel nachstellen.

Das waren wir alle mal, Mutti!

Diesen.... genau... diesen Lambada! Einsperren? Und ob er das kann! Guck auf die Goldkette!

Die Mutter vielleicht... aber was ist mit dem Babo, junges Fräulein?

Einen was? Einen Kaffee?

Ahh, einen Cappuccino. Bei ihm und Kerzenschein erzählt sie ALLES! Das dauerte sicherlich Stunden, denn schliesslich ist schon extrem viel passiert, die Handlungsstränge kreuzen sich, die Geschichte ist für manche LeserInnen bereits zu komplex. Deshalb an dieser Stelle eine grosszügige Übersicht, was bisher geschah: Ihr Vater war dagegen, dass sie einen Lambada-Kurs besucht. Ihre Mutter erlaubte es ihr trotzdem. Ihr Vater war damit nicht einverstanden.

Kinder, so lief man früher mal rum. Und ab jetzt sprechen wir nie wieder drüber.

Die Fratze zieht alle Register und stöbert in Schwesters Sachen. Er findet ein Aufklärungsbuch namens «Der Mann». Die Rolle des ätzenden Bruders wurde hier optimal besetzt.

Ein Sexbuch? Mit nackten Männern? Nein, ein Sexbuch mit den schönsten Wanderwegen der Schweiz, Hornochse.

Mit viel Fantasie geht das als Kuss durch. Um sieben in der Tanzschule, nicht wahr? Ja?

Hier sieht man: Das Buch heisst «Der Mann - Die Krone der Schöpfung». Scheint eigentlich eine empfehlenswerte Lektüre zu sein, also reiss dich zusammen, Stressyboy79.

Schmatzi Schmatzi, lassen wir die beiden Turtel-Heroes kurz allein.

Diesen Quälgeist von Bruder solltest du langsam aber sicher mal loswerden, Babsi! Auf diesem Bild sieht es aus, als hätte er eine überlange Trollnase. Ist aber nur eine optische Täuschung.

Familienrat in Babsis Zimmer: Mit pointierten Argumenten versucht man, die Gegenseite vom eigenen Standpunkt zu überzeugen. Es wird hart, aber fair diskutiert.

Babsi weint sich bei ihrem Plüsch-Garfield, ihrem Garfield-Kissen und ihrem gelben Plüsch-Penis aus. Gute Zuhörer, aber schlechte Ratgeber.
Für den Kurs hat sich Babsi ordentlich aufgedonnert. Wie eine Zigeuner-Prinzessin strahlt sie ihrem Assi-Kumpel entgegen! Fabian bleibt die Spucke weg! Aber auch er war nicht ganz untätig: Zur Feier des Tages hat er sich die Schläfen nachrasiert und ein zusätzliches Loch in den Gurt gestanzt, damit die Hose dorthin kommt, wo sie hingehört: Über den Bauchnabel. (P.S.: Ich weiss, dass der Ausdruck «Zigeuner» politisch nicht über alle Zweifel erhaben ist. Aber da die geduldeten Alternativen hier nicht gepasst hätten und das Wort in einem positiven Zusammenhang verwendet wird, habe ich es so belassen. One Love!)

Fabian ist ausser sich! Schaut euch diese orientalische Rakete mit ihrem Gürtel an! Langsam bereut er, dass er sich wie ein dahergelaufener Volltrottel angezogen hat.

...denn jetzt kommt Tobi Tobsen ins Spiel! Schwarm aller Mädchen, Witze-König, Herr der weissen Socken. Mit pfeilscharfen Trabbi-Witzen sichert er sich die Aufmerksamkeit der anwesenden Damen. Die übrigens alle die selben Schuhe tragen. Leider sieht man das auf dieser verkleinerten Darstellung nicht genau. Glücklich kann sich schätzen, wer Fan der Vongestern-Facebookseite ist. Glücklich kann sich allerdings auch schätzen, wer überhaupt nicht bei Facebook ist. Wahnsinn!!!! Wir können unseren Enkeln einmal erzählen, dass wir in einer Zeit gross geworden sind, in denen man sich Auto-Witze erzählte. Trabbi, Manta.. heute undenkbar. Das liegt wohl daran, dass die heuten Autos seelenlose Dorftrottel sind, mit denen sich niemand humoristisch auseinandersetzen möchte.

When the Funk hits the Fan: Noch tanzt sie mit Fabian. Bauchfrei, hemmungslos, befreit.

Jetzt kommt Tobi ins Spiel: Erneut ein künftiger BWL-Student. Turbostark findet er unsere Babsi!

Irrtum Sidecut-Affe: Sie war schon immer süss! Und sie wird in Bälde eine unfreundliche Übernahme durch Consulting-Tobi einleiten.

Hoppla die Dame, man sieht Ihren Schlüpfer! Aber Achtung: Der BRAVO-Regisseur leitet den fliegenden Wechsel im Begleittext bereits ein... NOCH... merkt ihr was? NOCH!!!!

Wie jetzt? Wer sind Sabine und Michael? Auf jeden Fall gehen sie ab wie Schmidts Katze.

Jaja, interessant!

Sehr gut! Nur: Was hat das mit unserer Geschichte zu tun? Reichts langsam mit dem Lambada-Fachchinesisch?

«Endlich trifft Tobi auf Babsi» - der Romanschreiber konnte es wohl nicht mehr erwarten, seiner simpel-gestrickten Story die lang ersehnte Wendung zu geben. Next Level Shit!

Ja, so sieht's auch aus. Lambada halt, Kinder! Realität!

Consulting-Tobi spricht Klartext: Die Kleine gehört mir - verabschiede dich von ihr, Sidecut-Würstchen!

Die ehemalige Gipsy-Queen hat sich wieder in ihren unsäglichen Heissluft-Ballon gehüllt und tut das, was etwas... etwas unpässlich ist: Sie schwärmt vor ihrem Schwarm von ihrem neuen Schwarm.

Babsi schleppt ihren Gleitschirm ins Basislager.

Aber hallo, wen haben wir denn hier? David Affenarsch zaubert Babsis BH hervor - ein verblüffender Augenblick purer Magie.

Ja genau, geh ins Badezimmer, stör sie beim Duschen, zieh ihren BH an... Echte Geschwisterliebe (die Liebe, nicht der Song)!

«Leider hat David auch den Kühlschrank geplündert» - die vielleicht sinnbefreiteste Bildbeschreibung, die einem Fotoroman je unterkam.  Kein Bild wurde ausgelassen, hier hat der Regisseur entweder geschlafen oder Crack geraucht.

Auch hier noch etwas Verwirrung: Babsi trifft hier noch längst nicht auf Tobi, sondern auf eine Drittperson, die das selbe Hemd trägt wie Michael (links). Michael kennen wir von weiter oben. Er beobachtet nun, wie Consulting-Tobi seiner Sabine den Hof macht. Von Fabian kein Spur.

Aha! Lange Rede, kurzer Sinn: Die Beschreibung gehörte wohl eher zu diesem Bild hier. Alles klar jetzt. Tobsen und Babsi, Fabian und Petra. Petra kannten wir bisher noch nicht, daher: Willkommen Petra!

Sag niemals nie, Tobi!

Na ja, ein wenig was war schon, Babsi? Oder lügst du jetzt das Blaue vom Himmel herab, um bei Tobi, dem Beau (Yeah, Wortspiel!) zu landen?

Der fliegende Wechsel ist also vollzogen. Fabian out, Tobi in.

Tobi hats erwsicht - wünschen wir ihm gute Besserung!

Aha, so erwischt...

Fabian hats sich gleich gedacht. War auch unheimlich schwierig zu erraten, wenn man den bisherigen Verlauf der Geschichte betrachtet.

Best Friends Forever! Aber korrekte Reaktion, Alter! Korrekt! Bleiben wir gute Freunde!

Zum Glück sind die Beschreibungen so präzis. Man wäre sonst auf die Idee gekommen, Tobi habe seine neue Liebe auf dem fliegenden Teppich heimgefahren.

Pass auf, Babsi! Höllsich! Aber erst schlaf noch den Schlaf der Gerechten, die gerade eben einen alten Kumpel gegen einen Lambada-tanzenden BWL-Studenten ausgetauscht haben.

Szenenwechsel: Babsi tollt mit Tobi herum. Babsi könnte sich totlachen. Hihihihihihi. Eine ziemlich lustige Szene, geniessen wir sie ein paar Augenblicke, um dann...

...unsere ganze Aufmerksamkeit dieser Bein- und Fusskleidung zu widmen. Das war früher, back in the Days, in Mode. Wieso genau weiss heute niemand. Eigentlich wusste es schon damals niemand, aber man fand sich damit ab.

Ja, was Ihr nicht sagt. Das hatten wir doch schon vorher? Reichts dann auch mal? Vielleicht noch zwei, drei mal gestehen? Besser wirds nicht, Freunde.

Jetzt wird noch ausgeführt, wer wie wo wann warum.

Er fühlt sich auch wohl in seiner Nähe - beruhigend zu wissen!

Und hoch den Rock! Und hoch den Schlüpper! Und hoch die Hose! Und auf das Hemd! Der pure Sex liegt in der Luft.

Die Dame rechts von Babsi und Tobi geht auch ordentlich zur Sache.

Oh nein, nicht schon wieder der! Zu Hülf! Der Dativ des Schreckens äugt um die Ecke.

Wie es sich für einen echten Kumpel-Typen gehört, macht Fabian nun - im Sinne der Gerechtigkeit  - mit allen klar Schiff und unterstützt das neue Traumpaar sogar aktiv. Consulting-Tobi weiss das zu schätzen und signalisiert Ratlosigkeit. Gewisse Dinge stehen halt nicht in BWL-Lehrbüchern... Realität!

Eine sehr stilvoll eingereichtete Wohnung übrigens. Lädt zum Verweilen ein. Mutti gönnt sich zur Feier der allgemeinen Aufregung ein Schlückchen Alkoholika.

Consulting-Tobi zittert. Der Gedanke, die kleine Arschfratze könnte ihn verpetzen, lässt ihm das Blut gefrierern. Gipsy-Queen Babsi siehts gelassener: Ihr ist es SCHNURZEGAL, hört ihr??

Vater Schlumpf hat sich für den Besuch in der Tanzschule gebührend aufgedonnert und sich in Schale geschmissen. Mutti, die nebenbei als Farbtherapeutin arbeitet, fehlte leider die Zeit (sie musste noch austrinken) und schnappte sich den erstbesten Plüschmantel (aus nachhaltiger Teddybären-Zucht). 

Ja Momentchen jetzt erst mal bitte, Freundchen.

Gipsy-Babsi wird langsam frech und teilt frontal aus. Consulting-Tobi versucht, psychologisch die Wogen zu glätten. Vater Schlumpf zeigt sich wortgewandt: «Rotzlöffel!»

Das müssen die beiden untereinander klären, lassen wir sie einen Moment alleine. Familienangelegenheit. Einfach süss, die beiden, eine herzliche Vater-Tochter-Beziehung.

Die Flatterhose giesst noch etwas Öl ins Feuer und unterstreicht nochmals, dass ein Lambada-Kurs der richtige Ort für jede wohlbehütete, minderjährige Tochter ist. Vati droht im Gegenzug, Schluss zu machen und die Beziehung zu beenden.

Mutti lässt jetzt ihre Erfahrung aus der Aromatherapie aufblitzen und sticht dort zu, wo's am meisten weh tut: In den Rücken. Vati wittert eine neue Dolchstosslegende.

Fabian schleimt sich ein und Consulting-Tobi macht ein grosszügiges Angebot. Einen allfälligen Beischlaf schliesst er zu dem Zeitpunkt noch nicht gänzlich aus.

Gabriela Sabatini macht sich fertig für die Polar-Expedition. Nur noch kurz Köfferchen packen und ab die Post!

Consulting-Tobi prüft, ob Babsi eine gut gefüllte Brieftasche auf sich trägt. Nur so sind später verlässliche Ratings möglich. Die Finanzen sollte man nie ausser Acht lassen.

Hier, haste 'n paar Lambadas, Alte. Die Mehrzahl von Lambada ist also nicht «Lambadi».  Babsi mag aber am liebsten Kaoma. Also DAS Lied. Es ist der einzige Lambado, den sie kennt. Also zieh Leine mit deinen Alternativ-Lambadi, Tobi! Husch, husch, weg damit!

Kurze Standortklärung: Dort ist das Bett («Sieht gut aus!»), Schuhe kannste anbehalten, Socken auch, sofern sie weiss sind.

Ui ui ui, wenn das Google als züchtig durchgehen lässt. Hoffen wir das Beste. Zumindest an Babsis blauem Kartoffelsack dürften die Freunde aus Übersee nichts auszusetzen haben.

Ja klar meint es Tobi gut. Allerdings: Was wohl Babsis Plan ist? Ohne zu wissen, wie die Geschichte im Detail weitergeht, hätte ich jetzt vermutet, dass sie das warmherzige Charity-Angebot nicht SO schlecht findet?

Diese Early-90s-Kartoffelsack-Jeans haben den Begriff der vorteilhaften Unterstreichung definitiv nicht neu definiert.

Ah, das war Babsis Plan, ihre Mutti supporten, wenn es zum Battle vs. Schlumpfvati kommt.

Der Plot ist schon ziemlich dünn diesmal. Die Geschichte plätschert vor sich hin, Bussi hier, Vati dort, Tanzi da, Mutti juhui. Schön dass DU dran geblieben bist, denn jetzt kommt das Finale. Wir zünden nochmals ein Spannungsfeuerwerk, eine Explosion der Emotionen, eine Geschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann.

Einfühlsam wie er ist, klärt Papa Schlumpf die Lage: «Sag mal, willst du hier noch länger sitzen?» Gut, dass er fragt, eigentlich will sie ja schon lange ins Bett, mit dem Bademantel-Zampano kuscheln.

Da kommt Babsi reingestürzt! Aber nur wegen Mami! Vati wird zumindest noch als sprechende Uhr respektiert. Die Aufgabe ist übersichtlich, doch er erfüllt sie motiviert und zur Zufriedenheit aller Anwesenden.

Vater Schlumpf nutzt die Gelegenheit für ein Geständnis: Nebenbei arbeitet er als Stricher auf dem Schlumpf-Strich. Er verspricht aber damit aufzuhören, sobald Babsi einen neuen Platz für ihre Füsse gefunden hat.

Babsi besetzt noch ein Weilchen die Leitung und beschwert sich bei Tobi über die Zustände.

Dieser sitzt halbnackt am Schreibtisch und bewundert seine glattrasierte Hühnerbrust. Die Gürtelschnalle hat er von seinem Opa geerbt, der an der Ostfront im Bereich Import/Export tätig war.

Fröhlicher Familienrat am Frühstückstisch: So muss Familie! Grammatik-Dave bekundet noch etwas Mühe mit den Fällen, aber das kommt noch.

Komm, gibs mir! So läuft das aber nicht, Fratzen-Dave! Lern du erst mal die Fälle, dann (sc)hauen wir weiter. Pass bloss auf, du Schwein!

Kein Wunder, reicht's Babsi jetzt! Alle sind gegen sie! Ausser Mutti, aber die zählt jetzt nüsch.

Die Umhängetaschen waren früher ziemlich lang. Extreme Modelle reichten bis zum Boden und wurden hinterher geschleift wie ein Sack Kartoffel.

Beide hatten Sehnsucht nach Tobi - das verbindet und schafft eine gemeinsame Gefühlswelt.

Und wie!

Schön, dass Tobi für Babsi anruft (alternativ hätte dies Babsi auch selbst erledigen können, aber die Dame ist sich wohl zu fein fürs Tagesgeschäft). Die Farbtherapeutin streckt die Hand zur Versöhnung aus und hat vorsorglich ihr bestes Hemd angezogen.

Jetzt gibt's Lambada satt! Damit der Fotoroman seinem Titel gerecht wird, machen die Beiden noch kurz einen Umweg über die Tanzschule Neubeck. Lasst euch nur Zeit, ihr Turteltäubchen, die Versöhnung mit der Familie kann warten.

Der Tanz geht ab wie Nachbars Lumpi. Babsi tanzt sich in Trance, Tobi bewundert ihren Fummel.

Aha, sie waren nicht auf dem Weg zu den Eltern, sondern gehen erst am nächsten Morgen. Bleibt also noch Zeit für etwas Romantik. Kurz noch etwas Lambada getanzt, ruft auch schon das Bett.

...und schlafen erst mal ein Stündchen. Schnarch. Chrrrrrrr. Schnrzzzzzzz. Pfffffchrrrz.

Nein, er kommt nicht mit, er spricht nur aus Spass in der Wir-Form. Babsi, Babsi, tzzz. PS: Die Entblössung hier ist stark grenzlastig. Bitte wegschauen.

Eine herzliche Begrüssung-Ansprache von Babsi: «Nicht schimpfen! Sonst gehe ich gleich wieder!». Konfliktlösung à la Frau. Dabei steht ja explizit: Sie werden freundlich erwartet. Vielleicht mal genau lesen, Babsi!

Vater Schlumpf hat eine wundersame Verwandlung durchlaufen: Aus heiterem Himmel ist er plötzlich der nette Kupel von nebenan. Muss an Muttis Hemd liegen - das mit den Farben hat sie einfach im Griff, das muss man ihr lassen! Subtile Beeinflussung durch die Kraft der Farbe! Jackpot!

Damit die Geschichte ein Ende findet, ist jetzt plötzlich auch Terror-Dave ein völlig neuer Mensch. Wieso genau bleibt ein Rätsel. Spass hat es ihm ja gemacht.

Ein wunderbares Ende! Ich hab' da was im Auge.. moment... pardon, die Emotionen gehen etwas mit mir durch. Die Spannung hat sich während der ganzen Geschichte aufgebaut und entlädt sich jetzt in einem Meer der Emotionen. Lasst es zu! Haltet die Tränen nicht zurück, es ist absolut menschlich!

Voilà, nichts kann ihre Liebe mehr erschüttern. Kein Happy End gab's diesmal für Fabian. Wahrscheinlich muss er sich dann das Geheule anhören, wenn Tobi zwecks Praktikum in einer Unternehmensberatung für ein halbes Jahr nach Frankfurt zieht («Wir bleiben in Kontakt!»). So, das wars, besten Dank für die Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Mal.





Wer den noch nicht kennt, soll ihn lesen. Hier drauf klicken.


Kommentare:

  1. Hach, ich weiß schon, warum ich diesen Blog so gern lese, Vielen Dank, hab herzlich gelacht, der Samstag ist gerettet!

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    1. Danke fürs Feedback & viel Spass weiterhin! :)

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  2. Besser als der Live-Ticker der "11Freunde". Ich bedanke mich.

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    1. Da ich selbst ein grosser Fan des 11-Freunde-Live-Tickers bin, erachte ich das als grosses Kompliment! Danke:)

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  3. Ich habe selten so gelacht bei einem Blog-Artikel! Besonerds die Kommentare sind phantastisch. Aber dass du nicht auf die Glitzerblingbling-Unterhose vom BWL-Loverboy eingegangen bist, hat mich dann doch überrascht ;)
    Der Vater sieht irgendwie aus wie die 90er-Edition von Horst Schlämmer...

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    1. Vielen Dank, aber diese Unterhose habe ich wohl wirklich übersehen...

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  4. Ach diese romaaantische Geschichte über Prinzessin Schlafsackjacke und die Lambada-Zwerge war voll berührend!!!!!! sage mir nur eines: WAS ZUR HÖLLE TUT DIE HAND DER BEZAUBERNDEN JEANNIE RECHTS IN BILD 26 ?!?

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    1. Ist mir auch aufgefallen - BRAVO hat die Hand wirklich sauber reingeschnipselt (ohne Photoshop!) damals! Ich hoffte eigentlich, es sei ein Fehler, aber es war nur ein grafisches Stilmittel...

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  5. Grossartig - selten so gelacht! Bitte mehr!

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  6. Ich hab mich grad scheckig gelacht, Deine Kommentare zum Fotoroman sind echt der Knaller!

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  7. Unglaublich, was VGB aus einem schrecklich öden Fotoroman machen kann. Der Tag fing mies an, aber jetzt hab ich Tränen gelacht, die Welt ist wieder schön! :)

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  8. Ganz, ganz grosses Kino! Habe mich köstlichstens amüsiert. Herzlichen Dank!

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  9. Der zweite Fotoroman, den ich hier lese. Und wieder königlich amüsiert. Lachen bis zum Bauchweh. GRENZGENIAL!

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  10. Köstlich. Ich hab selten so gelacht.
    Mein mieser Tag ist sowas von gerettet.
    FANTASTISCH!!!

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  11. Ich schließe mich an, obwohl mein Tag nicht mies war :-). Ich habe Tränen gelacht. Einfach nur großartig aufbereitet und die Kommentare sind der absolute Hammer! DANKE.

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  12. Bem Happy End habe ich geweint wie bei "Wie ein einziger Tag" :)

    Die Handhaltung im letzten Bild 25 (drittes von unten) lässt vermuten, dass der Sprechblasen zunächst weiterging mit "oder ich zimmer dir eine", was dann aber nicht mehr über die Schulter gepasst hat.

    Widersprechen muss ich beim ersten Bild 29: die selben Schuhe haben die Damen ganz offensichtlich nicht an ;)

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  13. "Gabriela Sabatini" ist übrigens schön beobachtet. Ganz oben beim Logo dachte ich wiederum, dass Leonardo di Caprio jung war und das Geld brauchte :)

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  14. Als Papa-Schlumpf seinem Töchterchen beichtet, dass er nebenbei Anschaffengeht, bin ich abgebrochen... du schreibst grandiose Kommentare!

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  15. Sehr gut! Aber ich wusste bisher nicht das man 1990 schon mit 17 Auto fahren durfte. Wann wurde das denn geändert? ;)

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  16. "Ein Sexbuch mit den schönsten Wanderwegen der Schweiz"... Knaller! Der Abschuss war aber Vadderns Stricher-Beichte... :D

    Der Bruder sieht aus wie Dennie Klose - http://i.ebayimg.com/t/Dennie-Klose-SUPER-RTL-AK-ORIG-SIGN-AG1-21960-/00/s/MTExMFgxNjAw/z/Gk0AAOxyEoFSWMpr/$%28KGrHqJHJFEFJWB0kZq4BSWMpqJHL!~~60_35.JPG

    Die Ähnlichkeit der beiden beginnt schon mit der penetranten Nervtöterei und akuten Unwitzigkeit. ;) :)

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  17. Habe eben mal den Autor des Buches, das oben eine Rolle spielt, gegoogelt. Michael Ryba. Der ist leider letzen Monat verstorben.

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  18. Mein persönliches Hightlight: Der Schlüpper, der bei der Duschszene durch die Duschwand schimmert. ;)

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  19. Hallo,

    wie immer interessante Fotoromane!

    Ich würde anbieten, die Seiten so zu bearbeiten, dass nicht mehr alles bei jedem Seitenzugriff geladen wird (das sind alleine auf dieser Seite immerhin ~35 MB; lastet auch den Rechner und etwaige Volumen-Tarife aus), sondern die Fotos immer stückeweise (z.B. die nächsten 3-4 im Voraus) geladen werden. Dann ist der einmalige Seitenaufruf deutlich unter 1 MB.

    Bei Interesse bitte Kontaktformular von sprodanit.de (aus Spam-Gründen keine E-Mail angegeben) verwenden.

    Sebastian Prodan

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  20. Passend dazu wie ich finde...http://www.youtube.com/watch?v=TExzrF5l6kM

    Sowohl die Jahreszahl (1990), die Mode (Bunt und nicht schön) als auch das Thema (Lambada) stimmen. ;-))

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  21. So klotzdoof wie dieser Fotoroman ist, so genial sind deine Bildkommentare. Man gut, dass ich beim Lesen nichts getrunken habe, sonst wäre die Tastatur jetzt hin. Vielen Dank, es hat mir richtig, richtig Spaß gemacht! :-)

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  22. Das ist der beste. Ich hau mich weg. Zum Schreien. Sitze im Büro, lese und muss permanent aufhören und mich zusammenreißen das ich nicht lauthals loslache. Das gibt nen dicken Daumen !

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  23. Der Vater ist wirklich streng, aber Tobi kann gut tanzen.Der kleine Bruder ist ja mal der totale Fickefuss! Fabian machte mir erst Angst, dann tat er mir Leid.

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  24. Deine Kommentare waren mal wieder vorzüglich und passend. :D

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  25. Am Anfang bei Bild 19 musste ich doch sehr lachen. Nicht nur der geile Blick vom Bruder bei der geilen Lektüre seiner geilen Schwester ist zum Schiessen, mir kommts eher so vor als käme der Bruder öfter vorbei, wenn seine Schwester ausser Haus ist, um sich alleine mit Petting zu beschäftigen.

    Wohlgemerkt: der Bruder im Zimmer seiner Schwester, wie inzestuös!
    Wenn er wüsste, was Papi so in seiner VHS-Sammlung hat!

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  26. Vaddie sieht aus wie der junge Horst Schlämmer

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  27. Im Prinzip eine ganz schön harte Geschichte: Babsi lässt ihren noch frischen Schatzi Fabian direkt mal links liegen, weil sich die "Nummer 1 im Lambada-Kurs" an sie ranmacht. Böse Zungen könnten sagen: Es ist das biologische weibliche Paarungsverhalten, sich das Männchen mit dem höchsten sozialen Status rauszusuchen, das man kriegen kann. Bezeichnend dazu auch Babsis Gedankengang in Panel 22: "Er könnte jede haben, und er nimmt micht" - was den Mann für die Frau so attraktiv macht, ist nicht seine Persönlichkeit, sondern sein Status. Harter Tobak, und das schon in der Bravo.

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  28. Herrlich, wirklich. Dein staubtrockener Sarkasmus macht einfach Spaß! Rettet mir auf Arbeit häufig den Tag, weiter so!

    Aber ist irgendwem aufgefallen, dass der schmusige Tobi beim Petting seine Beine aufs Absurdeste verknotet? Sieht verstörend aus. Und schmerzhaft noch dazu.

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