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Donnerstag, 2. Juni 2016

Die Game-Boy-Konkurrenz: Lynx und Game Gear (1991/1992)

Ein Nachtrag zum Artikel gestern/unten. Da wurde in den Kommentaren bemängelt, dass BRAVO die Konkurrenz aus dem Hause Atari ignorierte. Eigentlich komisch, denn der Atari Lynx war die erste Handheld-Konsole mit Farbbildschirm. Gleichzeitig vorgestellt wie der Game Boy von Nintendo, also im Sommer 1989. Laut Wikipedia waren die grafischen Möglichkeiten für damalige Verhältnisse geradezu revolutionär. Kurz: Der Lynx war dem Game Boy technisch überlegen, kostete aber – im Gegensatz zum Game Gear von Sega – nur wenig mehr als die graue Eminenz aus Japan.

Wieso dennoch der Game Boy zum Jahrhundert-Erfolg wurde und Menschen wie z.B. ich vor wenigen Wochen (beim Scannen dieser Anzeige) zum ersten Mal vom Lynx gehört habe? Das lag wohl einerseits daran, dass er hässlich klobig war, aufgrund grösserer Leistung mehr Storm brauchte, teurer war etc. Atari schaffte es offenbar nicht, das Gerät rechtzeitig auf das Weihnachtsgeschäft 1989 in die Läden zu kriegen und überliess den entscheidenden Vorsprung der Konkurrenz. Denn damals lief es so: Was alle hatten, mussten alle haben. Nintendo bot zudem Knallerspiele wie z.B. Super Mario und zahlreiche lizenzierte Erfolge, während Atari hauptsächlich eigene Spielhallenklassiker auf die Handkonsole brachte. Je erfolgreicher der Game Boy wurde, desto mehr wirklich gute Spiele erschienen darauf – die guten Inhalte machten die schwächere Technik wett. Die meisten Game-Boy-Spieler wussten ohnehin nicht, was sie verpassten, da die Vergleiche fehlten und Videospielen generell sehr neu und sehr attraktiv war. Einer der Hauptgründe war aber wohl auch das fehlende Marketing von Atari. Gutes Marketing ist beim jungen, kaufwütigen aber grösstenteils ahnungslosen Zielpublikum mehr als die halbe Miete. Diese Werbeanzeige unten steht sinnbildlich für eine Firma, die punkto Marketing alles falsch macht.

Atari Lynx, 1992

Nichtsdestotrotz hat der Lynx heute scheinbar noch viele Freunde. Wie die meisten Geräte, die eigentlich gut gewesen wären, aber in den Regalen liegenblieben. Man muss sie einfach lieben. Laut Wikipedia werden heute noch Spiele für die Konsole programmiert.

Einen echten Konkurrenten erhielt der Game Boy aus dem Hause Sega. Der Game Gear war – zumindest in meinen Augen –  immer der coolere, ältere und unerreichbare Bruder des Game Boy. Er war finster schwarz, bot eine beeindruckende (dem Game Boy um Welten überlegene) Grafik und ermöglichte Features wie der Fernseh-Aufsatz. Und mit seinem fast doppelt so hohen Preis sprach er eine auserlesene Kundschaft an. Oft Scheidungskinder, die als Kompensation alles durften (z.B. jederzeit Fernsehen) und alles bekamen (300 Mark Fuffzig). Dennoch: Gerade in Europa blieb der Game Gear eher ein Nischenprodukt. Er war nicht nur teuer, sondern auch unhandlicher – und soff Batterien wie ein Wasserbüffel. Auch hier wieder ein Hauptgrund: Da die Game-Gear-Entwicklung erst nach Lancierung des Game Boys begann, waren die meisten guten Spieleentwickler längst auf diesen Zug aufgesprungen (und dachten aufgrund Geldregens auch nicht daran, diesen wieder zu verlassen).

Sega Game Gear, 1991

Interessant: Offenbar war in den USA ein weiterer Grund für den fehlenden Grosserfolg die Werbestrategie von Sega, welche in erster Linie darauf abzielte, die Game-Boy-Käuferschaft als einfältig und ihr Lieblingsgerät als rückständig diffamieren. Vielleicht tatsächlich keine allzu gute Idee, wenn Grosssteile der potentiellen Käuferschaft einen Game Boy besitzt.



Samstag, 5. November 2011

Whouw! ITT-Family Games (Atari VCS 2600) 1983

Früher kam der Beschreibung von Computer- und Videospielen eine andere Rolle zu, denn die grafische Darstellung liess meist nur bedingt Rückschlüsse auf die kontextuellen Hintergründe des Titels zu. Die Werbetexte erklärten den tieferen Sinn des Pixelsalat. So beispielsweise gesehen in einer ITT-Family-Games-Werbung für  "Hell Driver" und "Mountain Man" für den Atari VCS 2600 (im Volksmund auch schlicht "Atari" genannt).



Sonntag, 10. Oktober 2010

Exklusiv von Atari: Mario Brothers (1984)

Ich dachte immer, die Mario Brothers seien eine Erfindung von Nintendo. Ich dachte allerdings schon vieles, das sich im Nachhinein als ausgemachten Hafenkäse entpuppte. Wobei, gemäss Wikipedia seien die Mario Bros. dann doch eine Entwicklung von Nintendo aus dem Jahre 1983. Nintendo wurde laut Wikipedia 1889 gegründet und stellte zu Beginn nicht etwa Videospiele und -Konsolen, sondern Spielkarten her.
Mit anderen Worten: Die Super Mario Bros. SIND eine Erfindung von Nintendo, allerdings fehlte dem Unternehmen nach der Entwicklung kurze Zeit noch eine eigene Plattform, auf welcher man sie spielen konnte. Diese kam, durch den Erfolg von Atari inspiriert, noch im selben Jahr (1983) auf den Markt und trug den Namen Nintendo Entertainment System (NES). NES kennen wir alle noch, selbst wenn wir erst zu Beginn der 80er Jahre das Licht der Welt erblickten.
Wieso Atari im Februar 1984 die Mario Brüder immer noch als "exclusiv von ATARI" anpreist,  erscheint mir nicht durch und durch logisch, darum möchte ich an dieser Stelle auch nicht mehr weiter drauf ein gehen.






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