Unter Spielerfrauen verstehen wir heute WAGs. Ihre Rolle beschränkt sich dabei nicht selten auf das wohlgeformte, gelangweilte Erwärmen von Tribünensitzen. Fussballer sind jedoch nicht schlecht beraten, sich eine Frau zur Seite zu stellen, welche die Fäden neben dem Platz fest in den Händen hält. Denn bekanntlich gehört dieser Lebensbereich meist nicht zu den ausgeprägtesten Stärken der ballspielenden Berufsgilde: Wer seit frühster Jugend sein Leben hauptsächlich auf dem Trainingsplatz verbringt, weist nicht selten leichte Defizite im Alltag auf (im Volksmund versehentlich oft mit "Dummheit" verwechselt). Erfunden hat den Beruf der mächtigen Spielerfrau laut Spiegel Gaby Schuster. Als Managerin sorgte sie dafür, dass ihre bessere Hälfte, der begnadete "blonde Engel" Bernd, neben und auf dem Platz nicht zu kurz kam. 1980 fädelte sie nicht nur den Transfer vom 1.FC Köln zu Barcelona ein, sondern arrangierte auch Schusters sensationelles Jahresgehalt von einer Million Mark ein ("Weil ich mehr verdiente als sie, haben mich meine Kollegen beim FC
Barcelona anfangs so gehasst, dass sie beim Training versuchten, mich
absichtlich zu verletzen" Bernd Schuster).
2011 wurde die Ehe nach mehrjähriger Trennung geschieden. 1983 war die Welt diesbezüglich noch in Ordnung (Quelle: BRAVO, 1983):
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Samstag, 19. November 2011
Gaby, lass es schustern (1983)
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Samstag, 20. August 2011
Bild des Tages: Lucien Favre 1983
Lucien Favre reitet zur Zeit auf der Erfolgswelle: Nachdem er letzte Saison das totgeglaubte Gladbach in letzter Sekunde vor dem Abstieg gerettet hat, grüsst der sympathische, stille Romand in der aktuellen Spielzeit nach drei Runden von der Tabellenspitze der Bundesliga - zumindest bis heute Nachmittag. Im Panini-Album "Football 83" (NLA/NLB) finden wir ihn als Spieler von Servette Genf. Zwei Jahre später wurde seine Karriere von Stephane Chapuisats Vater durch ein erst strafrechtlich geahndetes Foul zwischenzeitlich beendet, ehe ihm 1987 ein vier Jahre dauerndes Comeback bei Servette gelang. 1983 war Favre übrigens Spieler des Jahres in der Schweiz.
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Sonntag, 29. Mai 2011
Zur Feier des Cupfinals: Aarau - Xamax (Video, 1985)
Vor ungefähr 26 Jahren fand im altehrwürdigen Berner Wankdorf-Stadion der Cupfinal (für Deutsche: das Pokalfinale) zwischen Aarau und Neuchâtel Xamax statt. Ungefähr, da früher die Finalspiele des Schweizer Cups traditionellerweise am Pfingstmontag ausgetragen wurden - ein Datum, das sich jeder merken konnte und jeder Zeit hatte.
Heute finden die Endspiele nicht selten in Basel statt. Die Stadt am Rhein mischte sich 2001 ins Austragungs-Business ein, da die Berner dummerweise eines der geschichtsträchtigsten Stadien Europas dem Erdboden gleichgemacht hatten und der Rest der Schweiz auf heruntergewirtschafteten Äckern und Wiesen Fussball spielte. 2005 zogen die Hauptstädtler endlich nach und präsentierten ihr neues "Stade de Suisse". In der Eile hatten sie jedoch vergessen, richtiges Gras anzupflanzen und mussten stattdessen einen Rasenteppich aus dem Baumarkt verlegen. Da dieser - trotz Sonderangebot - sehr teuer war, halten die Berner bis heute an ihrem rasenähnlichen Kunststofferzeugnis fest und verhindern so, dass der Cupfinal definitiv und nachhaltig (und nicht nur ab und zu) in die Hauptstadt zurückkehrt. Cupfinal in Basel - zu vergleichen mit einem Candlelight-Dinner in der Autobahnraststätte: Man ist satt, doch der Funke will nicht so recht überspringen.
Kein Wunder also, hat der FC Aarau vor vielen Jahren entschieden, sich bis auf weiteres aus dem Cupgeschehen zurückzuziehen und verabschiedet sich seither meistens in den ersten Runden des Wettbewerbs ganz gentlemanlike, um jungen, unterklassigen Teams die Möglichkeit zu bieten, neue Erfahrungen zu sammeln. Das war nicht immer so: z.B. 1985, als man die Trophäe kurzerhand gewann oder 1989, als man freundlicherweise den Nachbarn aus Niederhasli den Vorzug liess.
Auf ersteres Ereignis soll an dieser Stelle in Bild und Ton zurückgeblickt werden.
Heute finden die Endspiele nicht selten in Basel statt. Die Stadt am Rhein mischte sich 2001 ins Austragungs-Business ein, da die Berner dummerweise eines der geschichtsträchtigsten Stadien Europas dem Erdboden gleichgemacht hatten und der Rest der Schweiz auf heruntergewirtschafteten Äckern und Wiesen Fussball spielte. 2005 zogen die Hauptstädtler endlich nach und präsentierten ihr neues "Stade de Suisse". In der Eile hatten sie jedoch vergessen, richtiges Gras anzupflanzen und mussten stattdessen einen Rasenteppich aus dem Baumarkt verlegen. Da dieser - trotz Sonderangebot - sehr teuer war, halten die Berner bis heute an ihrem rasenähnlichen Kunststofferzeugnis fest und verhindern so, dass der Cupfinal definitiv und nachhaltig (und nicht nur ab und zu) in die Hauptstadt zurückkehrt. Cupfinal in Basel - zu vergleichen mit einem Candlelight-Dinner in der Autobahnraststätte: Man ist satt, doch der Funke will nicht so recht überspringen.
Kein Wunder also, hat der FC Aarau vor vielen Jahren entschieden, sich bis auf weiteres aus dem Cupgeschehen zurückzuziehen und verabschiedet sich seither meistens in den ersten Runden des Wettbewerbs ganz gentlemanlike, um jungen, unterklassigen Teams die Möglichkeit zu bieten, neue Erfahrungen zu sammeln. Das war nicht immer so: z.B. 1985, als man die Trophäe kurzerhand gewann oder 1989, als man freundlicherweise den Nachbarn aus Niederhasli den Vorzug liess.
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Sonntag, 1. Mai 2011
Video: Schweizer Cupfinal 1985 - Vorbericht
Gilbert Gress berichtet über die Vorbereitungen, 1985 |
Gerade in Zeiten, in welcher Aarau um die sportliche und existenzielle Zukunft kämpft, schaden ein paar wehmütige Blicke zurück sicherlich nicht. Vielleicht nicht mehr unabsteigbar, aber zumindest unauflösbar bitte. In nächster Zeit folgt auf dieser Seite übrigens noch ein Zusammenschnitt des Cupfinals selbst (mit Live-Kommentar), sowie die köstliche Pausenberichterstattung aus dem Berner Wankdorf (allein schon diese 15 Minuten sind es wert, am Ball zu bleiben...).
Samstag, 15. Januar 2011
Der Loddar liest ein Buch, 1985
Es gab Zeiten - nennen wir sie gestern - da trafen Namen wie "Lothar" den Nerv der Zeit. Da man mit diesem Namen wohl Erfolg, Reichtum und optische Attraktivität assozierte, eignete er sich hervorragend, um damit Produkte zu verkaufen.
Es gab offensichtlich auch Zeiten, da begann man eine Werbung mit den Worten "Jedem das Seine", ohne damit eine landesweite Diskussion auszulösen. Gut zwei Jahrzehnte später stiess bekanntlich die CDU mit diesem Slogan an die Grenzen der in Deutschland vorbildlich praktizierten historischen Aufarbeitung.
Mittwoch, 20. Oktober 2010
Das erste Länderspiel der Schweizer Frauenfussball-Nationalmannschaft (1970)
Exkurs: Die 70er Jahre. 1970 fand in Schaffhausen das erste Länderspiel der Schweizer Fussball-Frauen statt. Der Schweizer Fussball-Frauen. "Heute wollen sie Fussball spielen, morgen verlangen sie bigoscht das Stimmrecht!" wird sich manch verwunderter Zuschauer gedacht haben - und hatte dabei nicht ganz Unrecht. Denn Zweiteres trat bereits ein Jahr später ein - lediglich 80 Jahre nach Neuseeland und deren sieben nach dem Gleichberechtigungs-Mekka Afghanistan.
Der Fussball hat in der Schweiz also sozusagen eine Vorreiterrolle übernommen bei der Emanzipation der Frau. Oder besser gesagt eine Rolle der Vorreiterinnen, bzw. der Vorreitenden. Das eigentliche Spiel war dann aber selbst für den striktesten Rollenteiler zu ertragen, "schliesslich war es für den Mann an sich schon reizvoll, junge Schönheiten des anderen Geschlechts in ihrem sportlichen Tun zu bewundern". Tun und manchmal auch ein wenig lassen.
Das Video wurde nicht vom vongestern-Blog, sondern von Blochin raufgeladen.
Der Fussball hat in der Schweiz also sozusagen eine Vorreiterrolle übernommen bei der Emanzipation der Frau. Oder besser gesagt eine Rolle der Vorreiterinnen, bzw. der Vorreitenden. Das eigentliche Spiel war dann aber selbst für den striktesten Rollenteiler zu ertragen, "schliesslich war es für den Mann an sich schon reizvoll, junge Schönheiten des anderen Geschlechts in ihrem sportlichen Tun zu bewundern". Tun und manchmal auch ein wenig lassen.
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