Alles exklusiv eingescannt aus alten Zeitschriften.

Samstag, 17. Juni 2017

Der programmierte Wahnsinn: Sega (1989)



Das Sega Master System war die 8-bit-Antwort auf das Nintendo Entertainment System (NES) und wurde in Europa 1987 auf den Markt gebracht. Die Konsole soll zwar technisch in vielerlei Hinsicht besser gewesen sein als die Konkurrenz aus dem Hause Nintendo, konnte sich aber dennoch nie richtig durchsetzen. Nintendo hatte unter anderem in den entscheidenden Anfangsjahren Verträge mit den wichtigsten Spieleentwicklern, welche diesen untersagten, ihre Games auch auf anderen Konsolen zu veröffentlichen.

Dienstag, 13. Juni 2017

Tu es nicht, unbekannte BRAVO-Vorbesitzerin! (1989)



Feinsäuberlich hat die unbekannte BRAVO-Vorbesitzerin den Stimmzettel zur BRAVO-Otto-Wahl 89 ausgefüllt. Aber leider nie abgeschickt. Glück im Unglück für Simply «Simpel» Red: Seine Stimme wäre ohnehin durchgestrichen und somit nischtisch gewesen. Mit einem blauen Auge davongekommen ist Den «Don't break my Heart» Harrow: Sein schriftlicher Todesstoß verschwand im Nirwana des Altpapiers.

Die unbekannte Vorbesitzerin hat – nebst des Nichtabsendens – aber noch einen zweiten kapitalen Fehler gemacht: Sie hat sich entschieden, lieber zu ihrer Lieblingsgruppe (aka Jason Donovan) zu reisen, als einen der irre starken Preise abzuräumen! Wer würde denn freiwillig die Chance auf 10 starke BRAVO-Jogging-Outfits in die Wüste schicken? Komplett mit Bermudas, langer Hose und Jacke für den Herrn – und 1 x Shorts für die Dame (das muss bei ihr reichen zum Joggen).





Montag, 12. Juni 2017

Vorgefertigtes Haus zum Selberbauen (1964)



Ein Haus für 12'000 Mark Sechzig – geht ja noch. Ich nehme zwei! Und könnte monatlich100 Mark Fuffzig aufbringen (x). Einfach ankreuzen. Ein Fertighaus ist auch heute noch eine günstige Art und Weise, um an ein Eigenheim zu kommen. Besonders wenn man es selber zusammenbaut. Soll ja in Deutschland ein weitverbreitetes Vorgehen sein – glaubt man diversen irre starken Dokus auf RTL2 und Kabel1. Und wenn Schwiegervati und Schwiegermutti mithelfen, wird man sogar irgendwann fertig damit.

Dienstag, 16. Mai 2017

Könnte das vielleicht der Satan gewesen sein? (1999)



Zumindest hatte Jaqueline (13) einen gesunden Respekt vor dem Satan. Und wahrte folglich die nötige Distanz (wenn er ihr nicht gerade abends als Schatten folgte). Ganz anders die 2 Mädchen, 14, ohne Ort, aus dem legendären Dr. Sommer-Klassiker von 1991. Zwei waschechte Neo-Fangirls des Satans. Auch wenn sie sich über ein paar Details noch nicht so im Klaren waren. Zumindest der Wille war aber vorhanden. Seit das bereits seit geschlagenen drei Wochen!





Samstag, 13. Mai 2017

Wow, ein E-Mail (1999)

...und zwar direkt in Microsoft Word '97. It's magic, Baby!


Was ebenfalls Magic ist: Dass man damals scheinbar auch in Deutschland noch das E-Mail sagte. In der Schweiz bis heute die richtige und bewährte Form. Never change a winning Genus. Und wie ich auf Wikipeda lese, auch in Österreich. Es steht also 2:1. Ich hoffe, ich konnte hier etwas Klarheit schaffen.

Wobei... Moment... auch in Süddeutschland scheint die Neutrumform Freunde zu haben. Somit steht es 3:1 – die Entscheidung. Aus, finito, vorbei – kommt gut nach Hause! Auf meiner Lieblingsseite Korrekturen.de wird das spannende Phänomen noch ausgedeutscht: «Wie bei vielen schwankenden Genera ist auch bei E-Mail ein Nord-Süd-Gefälle zu beobachten: Je weit südlicher man kommt, desto verbreiteter scheint die Neutrumform zu sein – in Österreich und in der Schweiz sagt man fast nur: das E-Mail

Das würde auch erklären, wieso der Münchner Fotoroman-Autor hier Restdeutschland die «das»-Form aufzwingen wollte. Ein Dirty-South-Ding.

Zur Familie der schwankenden Genera (irre starker Ausdruck für den Alltag!) gehören vermutlich auch SMS und verschiedene Zeitschriftentitel (die vs. das BRAVO). Ich gebe aber gerne zu: Wäre ich mit die E-Mail sozialisiert worden, hörte sich das E-Mail wohl unglaublich komisch und falsch an. Da müssen wir jetzt alle durch. Stark sein! Ein schwankendes, erholsames Genus zusammen!




Freitag, 12. Mai 2017

Mehr von sexy Andy! (1999)


Ja aber echt jetzt, rückt langsam raus mit dem legendären Ibiza-Shooting von sexy Andy! Es hat sich in Fan-Kreisen nämlich längst herumgesprochen. Laut Wikipedia hält er übrigens auch ein Album namens «Wishful Thinking», das ca. 2002 hätte erscheinen sollen, bis heute erfolgreich unter Verschluss. Der Rest ist eine lange, unschöne Geschichte, die irgendwo auf Kabel 1 endet. Und Türck hat 2016 ein Unternehmen zur Automatisierung von Influencer Marketing gegründet – wenn das nicht mal eine irre starke Idee ist, die den Zeitgeist ins Mark trifft! Mehr dazu auf Buzzbird.de.

Donnerstag, 11. Mai 2017

Das Mädchen und der Song-Contest (1999)

Netter Versuch, liebe BRAVO-Psycho-Test-Redaktion. Uns Maja als Mädchen zu verkaufen, das «sich für einen Song-Contest mächtig ins Zeug» legt. Und genießen soll sie es auch noch – das wissen wir aber besser. Unerhört. Wir alle, die den Fotoroman «Prinz Pit und der Liebes-Rap» gelesen haben, fühlen uns etwas hinters Licht geführt.



Übrigens: Interessanter Charakter, der Vorbesitzer dieses Heftes (ich weiß, dass es ein Vorbesitzer war, denn seine Adresse steht auf dem Heft aufgedruckt). Einer, der scheu ist, aber wüsste, wie es geht. Siehe Fragen 7 und 8. Was er bei Frage 4 genau meinte, ist unklar. Frage 3 verrät: Er wäre eigentlich bereit für den Durchbruch. An alle Nerds: Achtung, Frage 6 ist eine Fangfrage! NICHT Computer ankreuzen!

Freitag, 21. April 2017

Prinz Pit und der Liebes-Rap


Yo, Bitches und Homies, alles klar? Heute gibt es eine fette, fette Party. Grund: Ich habe eine echte Perle der Fotoroman-Geschichte ausgegraben. Es ist die Geschichte, die bisher am wenigstens kommentiert hätte werden müssen. Denn sie trieft nur so von Fremdscham-Momenten. Ein Selbstläufer. Das Problem: Die Geschichte ist unfassbar komplex und komplizert. Ich habe mich folglich schweren Herzens dazu durchgerungen, trotzdem ab und zu erklärende Kommentare zu machen (aber diesmal nur unter jedes Bild und nicht wie sonst unter jedes Bild). Nur so ist  gewährleistet, dass ihr der Story folgen könnt.

Die Geschichte heisst im Original «Beats, Babes & Zärtlichkeit» und ist 1999 erschienen. 


Zur Ausnahme ist alles Deutschland-freundlich mit ß verfasst. Da ca. 85 Prozent aller Leserinnen und Leser aus Deutschland kommen und die Schweizer ß-freie Version – wie ich mir im Vertrauen und in keinem Zusammenhang mit vongestern.com habe sagen lassen – wesentlich falscher aussieht, als ich bisher dachte. Ich bin zwar ein Fan unserer kleinen Schweizer Eigenheiten, aber gleichzeitig auch ein Fan von Sprache – die so korrekt wie möglich sein sollte. Wenn man unnötigerweise über Wörter stolpert, ist das schade um den Inhalt. Und Eigenheiten haben wir auch mit ß noch genug.

Übrigens: Bei der Mehrzahl von Buffalo habe ich mich auf «Buffalos» geeinigt, da es sich um eine Marke und nicht um ein Tier handelt. Sehr wichtige Anmerkung! Kussi! 



Montag, 10. April 2017

Tu es nicht, Kettenbrief-Kai! (1989)



Zwei Dinge haben sich in den letzten 30 Jahren nicht verändert: Die Dummheit von Kettenbriefen und die Dummheit derer, die sie am Leben erhalten. Der Kettenbrief per Briefpost gilt heute aber – sehr zum Ärger der Post – als nahezu ausgestorben. Liegt wohl unter anderem daran, dass die meisten jungen Leute heute gar nicht mehr wüssten, wie man einen Real-Life-Brief verschickt. Vong Briefmarke her und so. Besser via WhatsApp. An zehn, zwölf Mitmenschen weitergeleitet und zack, sich selbst vor unfassbar viel Pech bewahrt. Ich nehme 20!

Montag, 27. März 2017

Spritzz statt ffft: Bac Spritz Deo (1989)


Viel findet man heute nicht mehr auf Google über die grossartige Innovation Bac Spritzz Deo. Liegt vermutlich daran, dass die Innovation am Ende wohl doch nicht so grossartig war.

Mittwoch, 15. März 2017

Tu es nicht, Mutti! (1983)




Immer diese streng erzogenen Katholiken – gönnen einem auch gar nichts! Dabei wollte Renates Mutter den jungen Mann nur in aller erdenklichen Offenheit empfangen. Halli hallo, hereinspaziert, ich bin die hemmungslose Mutti von Renate! Schamgefühl kennen wir hier nicht, ja? Hier hat's Kaffee, da Kuchen!

Das war dann wohl doch etwas zuviel des Guten für den armen Rüdiger (16). Ab zur Beichte, Augen mit Weihwasser ausgewaschen und danach Renate fallengelassen wie eine lauwarme Kartoffel.

Dienstag, 14. März 2017

Schnäppchen des Tages: Nena Europtour '84





80 Mark für einen Videofilm – geht ja noch. Dafür konnte man auch zwischen den drei Systemen VHS, Beta und Video 2000 wählen. Damals tobte ja noch der berühmte Formatkrieg in der Videoindustrie, befand sich aber in der Endphase. 1986 war VHS bereits so verbreitet, dass die beiden anderen verbleibenden (Video 2000 und Betamax) auf nicht mal mehr 5 Prozent Marktanteil kamen.

Zum Glück stand auf dem Bestellschein noch die Bemerkung «Ja, Euer Angebot ist Spitze» – sonst hätte der Video Direkt Service womöglich noch gedacht, die Nena-Fans bezahlen zum Spass 80 Mark für den Film.




Dienstag, 7. März 2017

Montag, 6. März 2017

Sonntag, 5. März 2017

Amiga 500 New Art Limited Edition (1989)


Der absolute Hit: Den Amiga 500 gab es 1989 in einer limitierten New-Art-Edition, die sich durch «starke Farben» und «flippiges Design» auszeichnete. Designed by Stefanie Tücking. Das war die Dame, welche damals die ARD-Musiksendung «Formel Eins» moderierte. Danach war sie unter anderem im SWR-Automagazin «Startklar» zu sehen. Und sie moderiert seit 1998 auf SWR3. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie – im Gegensatz zu mir – vielen Menschen auch ohne Googlen ein Begriff ist, ist also relativ gross.

Interessanterweise ist im Wikipedia-Artikel auch das Amiga-500-Design-Abenteuer erwähnt: Für den Computer Amiga 500 entwarf sie 1989 zwei Designs (Ball-Design & Leoparden-Design), in denen die Computer in limitierter Auflage (10'000 Stück) vertrieben wurden. Im Amiga-500-Artikel steht zudem, der Computer sei durch die Tückigng-Aktion zum Urahn aller Case-Moddings geworden. 

Interessant. Ebenfalls interessant: Die Anzeige oben existierte mit verschiedenen Texten. Diese wurden vermutlich auf das jeweilige Werbeumfeld abgestimmt. Oben die BRAVO-Version mit Adjektiven wie «stark» und «flippig». Auf Amigau.com findet man die selbe Werbung mit einem Text, der mit Argumenten wie «Lifestyle», «nichts für Konformisten oder Mitläufer» oder «Funktionalität verbunden mit Lifestyle» auffährt.





Samstag, 4. März 2017

Busen des Tages: Der Bomberbusen (1989)


Ist ja unerhört! Dem Mädchen mit dem Bomberbusen (nicht zu verwechseln mit dem Jungen mit der Mundharmonika) reicht es nicht, dass ihr – Bomberbusen sei Dank – die ganze männliche Schülerschaft zu Füssen liegt. Nein, sie geht auch noch aktiv gegen ihre Geschlechtsgenossinnen vor und gönnt ihnen nicht mal die kümmerlichen Reste, die übrig bleiben.

Interessant wäre natürlich, die Sicht des Mädchen mit dem Bomberbusen zu hören. Eine Gegendarstellung drängt sich auf. Kann immer noch nachgereicht werden: Gingst du 1989 in Osnabrück zur Schule, hast ca. Jahrgang 1975, verdrehtest mit deinem Bomberbusen der halben Schule den Kopf und gingst aktiv gegen fünf Mädchen (14) aus deiner Klasse vor? Dann melde dich! Wir haben viele Fragen.

Machtest du dich gezielt an die Jungs ran, in die sich die fünf Mädchen (14) verknallt hatten? Versuchtest du vorsätzlich, sie ihnen auszuspannen, um sie eifersüchtig zu machen? Verbreitest du Lügen über deine Mitschülerinnen? Hast du irgendwann gecheckt, dass du mit deinem Verhalten nicht weiter als bis zu einer gewissen Oberfläche kamst – und das dich ziemlich einsam machte? War es vielleicht doch nicht der Busen allein, der die Jungs so anzog? War da vielleicht von der Gegenseite auch ein wenig Neid im Spiel? Wie selbstbewusst waren deine Mitschülerinnen? Gaben dir deine vermeintlichen Konkurrentinnen durch ihr Verhalten sehr viel Macht? War das Leben mit dem Bomberbusen vielleicht auch nicht so einfach, wie es die fünf Mädchen (14) vorstellten?



Freitag, 3. März 2017

Haschisch-Wirkstoffe 1989: Is' es duftes Zeug?



Einen duften Freitagabend wünsche ich! Aber wie immer gilt: Kein Wochenend-Auftakt ohne etwas Drogenprävention. Hier am Beispiel von Martin. Er ist gesättigt von den Haschisch-Wirkstoffen und steht deshalb mit einem Bein bereits auf dem Drogenstrich. NICHT dufte!

BRAVO liess damals keine Gelegenheit aus, Drogen-Aufklärung zu betreiben. Da musste auch immer wieder mal ein Fotoroman dran glauben. Dass die Zeitschrift der selben Ausgabe einen Stickerbogen beilegte, auf dem ein «Have a nice Trip»-Aufkleber mit Hirn-explodierendem Acid-Smiley zu finden war – ein Detail.


Ach ja, und: Die nächste Foto-Love-Story kommt. Bestimmt. Grosses Goldener-Otto-Ehrenwort.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Astrologe des Tages (1967)




Wenn das nicht mal ein sehr, sehr guter Deal ist: Die richtigen Lotto-Zahlen für 10 Mark Fuffzig! Und wenn man nichts gewinnt, bezahlt man auch nichts – ich nehme sechs! Der Londoner Astrologe Deva Anand (V) meinte es gut mit der Leserschaft der Neuen Revue und versendete (vermutlich per rot-blauem Luftpost-Umschlag) auf Anfrage erlesenste Zahlenkombinationen in die weite Welt.

Aus dieser linken Reihenhaushälfte.




Mittwoch, 15. Februar 2017

Dienstag, 14. Februar 2017

BRAVO TV (1996)



Hier ein paar alternative Fakten: Heike Makatsch (Bild) moderierte BRAVO TV genau ein Jahr lang (August 1995 bis August 1996). Die Sendung wurde 1993 lanciert und verabschiedete sich 2010 auf Nimmerwiedersehen in eine Winterpause, die nun schon sieben Jahre dauert. RTL2 stiess das Format aber bereits Ende 2002 ab und überreichte die brennende Fakel mit den besten Genesungswünschen an das ZDF. Von dort aus ging es via Pro7 und schülerVZ (haha!) weiter in die Versenkung. Das war jetzt schon mal sehr interessant, aber es wird noch interessanter: Laut Wikipedia wurde BRAVO TV bereits in den Jahren 1985 und 1986 auf Sat.1 ausgestrahlt. Erinnere sich, wer kann!

Die Mutter aller BRAVO-TV-Moderatorinnen war Kristiane Backer, die bereits zum Islam konvertierte, als es noch underground war (nämlich 1995). Darauf folgten noch Namen wie Jasmin Gerat, Lori Stern, Nova Meierhenrich, Enie van de Meiklokjes oder Gülcan Kamps. Um nur ein paar zu nennen. Wer hat noch nicht, wer will nochmal?






Montag, 13. Februar 2017

Tu es nicht, Bernd! (1991)

Sehr schlimmes Problem des Tages: Bernd und seine Clique – bestehend aus Freund Adelbert und dessen Freundin Lisa – haben sich im Geräteschuppen des Vertrauens die Schamhaare grün lackiert. Komischerweise blieb der Lack aber dran. Normalerweise löst sich ja Lack beim ersten Windstoss in Nichts auf, aber in diesem Fall erwies er sich als hartnäckiger Zeitgenosse.





Sehr souverän die Antwort von Dr. Sommer: Mit der Schere stutzen, soweit es geht! Bis hierhin, aber keinen Milimeter weiter, Freunde! Und zuvor noch einen Fachmann im Farbengeschäft konsulutieren und «für einen Freund» fragen – er wird bestimmt keinen Verdacht schöpfen. Spoiler: Er wird.




Samstag, 11. Februar 2017

Wrangler (1973)




Dienstag, 7. Februar 2017

Sonntag, 5. Februar 2017

Zum (Ver-)naschen süss: Schiesser (1973)


Herzliche Grüsse aus den verschneiten Alpen. Soviel zu den guten Nachrichten (verschneit; Alpen). Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren hat's hier leider kein Internet (technisches Versagen von Drittpersonen). Das ginge ja noch, wenn ich nicht per Zufall Kunde beim Mobilfunk-Anbieter mit der (in abgelegenen Regionen) schwächsten Schweizer Netzabdeckung wäre. Er ist per Zufall auch mit Abstand der kostengünstigste Anbieter, deshalb spare ich im restlichen Jahr derart viel, dass ich gar nicht mehr weiss, wohin mit dem Geld. Aber es ist wie überall: You get, what you pay for. Hier paye ich zum Beispiel für eine steinzeitliche E-Verbindung – das war die, die man früher für WAP-ähnliche Erzeugnisse brauchte. Durchschnittliche Downloadrate ca. 7-15kb/s. Das ist derart langsam, dass die meisten modernen, über «Persönlicher Hotspot» verbundenen Anwendungen denken, es bestehe überhaupt keine Verbindung. Und einem nützliche Ratschläge in Form von Fehlermeldungen einblenden: «Tschuldigung, aber wenn du das tun willst, brauchst du eine Internet-Verbindung. Bitte erkundige dich bei deinem lokalen Internet-Verkäufer, wie du zu einem Internet kommst! Ich wiederhole: Internet-Verbindung. Kussi!» Gute Idee!




Freitag, 3. Februar 2017

Upgrade des Tages (1991)





Donnerstag, 2. Februar 2017

Mittwoch, 25. Januar 2017

H&M (1999)




Sonntag, 22. Januar 2017

Mittwoch, 18. Januar 2017

Thomas Hässler (1990)




So richtig viel hat man ja im Dschungelcamp noch nicht erfahren über Thomas Hässler. Zwei Drei Fragen wirft er auf: 1.) Hat er schon als aktiver Spieler geraucht und 2.) Bereut man als Betroffener solche Tribal-Tattoos, die man sich irgendwann in der ersten Hälfte der Nullerjahre hat stechen lassen, sehr – oder findet man sie immer noch gut? Ah ja, und 3.) Hat RTL kein originales WM-Trikot im Requisitenschrank gefunden für das Intro? Meinen sie, man merke es nicht? Oder geht es – wie so oft, wenn RTL die Hände im Spiel hat – um Rechtliches? (vgl. Gina-Lisa, die)

Da erfuhr man in «Beckenbauer's WM Report», den der Kaiser seinerzeit vor dem WM '90 in Kooperation mit Chiquita (!) auf den Markt geworfen hat, wesentlich mehr.





Tennis, Video, Berliner Bouletten...? So genau wollten wir es eigentlich gar nicht wissen! Ran an die Bouletten. Hier noch die Titelseite des besagten Reports (inkl. Deppen-Apostroph), der vermutlich so selten und rar ist, dass ihn der Deutsche Fussballbund im Museum ausstellen und mir für die Leihgabe ein Denkmal vor dem Haupteingang errichten würde. Habe ich seinerzeit als kleiner Junge an einem inzwischen verschwundenen Kiosk mit dem hart verdienten Geld meiner Eltern gekauft. Vermutlich das einzige abgesetzte Exemplar in der Schweiz.





Am Ende konnte man sich bereits «Beckebauers WM-Buch» vorbestellen. Ich bestelle _15_ Stück für meine Freunde und Bekannten! + DM 1 Fuffzig Porto. Oder Moment: Handelte es sich beim «WM-Buch» um den «WM-Report»? Der Preis und der Text rechts weisen darauf hin. Aber hat der Verlag tatsächlich innerhalb des Buches den Namen des Buches gewechselt? Egal. Hauptsache, diese Doppelseite wurde sinnvoll gefüllt. Ein Standardwerk, das in jede gut sortierte Bibliothek gehört. Herausgeber war laut Impressum übrigens tatsächlich Franz Beckenbauer höchstpersönlich.





Dienstag, 17. Januar 2017

Wellaflex Fön: Wir haben es speziell für diesen Typ Frau gemacht (1979)



Endlich mal ein Beauty-Tipp, mit dem auch wir (vom einfachen Volk) was anfangen können: Nie Wasser trinken, dafür umso mehr Cuba Libre und Sekt (schon mal vormittags).

Bleibt eigentlich noch die Frage: Wieso hat Kathleen einen amerikanischen Namen, ist mit einem Baseballspieler (25) zusammen – kennt sich aber mit deutschen Klassikern wie der Hausmannskost oder den Trimmpfaden scheinbar bestens aus? Will uns die Werbung hier etwa wieder einmal einen Bären aufbinden? Ist ja unerhört.

Ich habe den Ausdruck «Trimmpfad» übrigens soeben zum ersten Mal gehört. Interessant, ja? Ebenfalls interessant: Trimmpfade wurden laut Wikipedia in der Schweiz erfunden (hierzulande nennt man sie etwas eleganter «Vitaparcours»). In Österreich heissen sie übrigens «Forstmeilen» – auch nicht gerade von schlechten Eltern, dieser Ausdruck. Das Konzept zeichnet sich dadurch aus, dass man sich immer wieder vornimmt, das Trimmpfaderl zu absolvieren – und es dann doch nie macht. So halten sich auch die Anlagen jahrzehntelang in Schuss und müssen nur ab und zu von ein paar Zivildienstleistenden von Unkraut und nistenden Vögeln befreit werden (schon mal vormittags).




Montag, 16. Januar 2017

Verschiedene Probleme, 1972



Halli hallo! Hier zwei Briefe von BRAVO-Leserinnen aus dem Jahr 1972. Sie stammen übrigens nicht von Dr. Sommer. Sondern aus der damaligen Rubrik «BRAVO Zentrale». Dort konnte sich melden, wer «etwas zu meckern» hatte. Die BRAVO-Redaktion schuff das Problem dann mit ein, zwei Sätzen gekonnt aus der Welt.

Zuerst Irmtraud. Übrigens ein toller Name! Wäre das vielleicht was für all die Retro-Hipster, die ihr Kind Maximilan, Hans oder Emil nennen. Nächstes mal gibts vielleicht 1 Mädchen, vong Storch her. Irmtraud beklagte sich also, dass sich ihre Tanten darüber beklagten, dass der Minirock mit 20cm oberhalb Knie vielleicht etwas gar Mini sein könnte.

Der Witz: Die Körpergrösse spielt keine unwesentliche Rolle, wenn man beurteilen will, ob 20-Zentimeter-oberhalb-Knie noch hui oder bereits pfui sind. Messt's bei euch nach. Wenn es noch hui ist, seid ihr vermutlich eher grossgewachsen. Sonst eher die empfohlenen 10-12 Zentimeter anpeilen.

Fall 2: Hier hatte die dunkelhäutige Patrizia M. mit einer vermeintlich überlasteten Lehrerin zu kämpfen. Vielleicht war sie aber auch nur eine ganz normale Rassistin. Auch wenn in der Diskussion wohl eher das Wort «Flittchen» als «übles, gehässiges Schimpfwort» beanstandet wurde. Denn das N-Wort war damals noch im Sprachgebrauch verankert. Laut Wikipedia wurde «Neger» im Duden erst 1999 erstmals mit der Anmerkung «wird heute meist als abwertend empfunden» markiert. Nur nichts überstürzen, aber wurde dann irgendwann auch mal Zeit.

Der Ratschlag «Vielleicht würde der Direktor anders reagieren, wenn einer Deiner älteren Angehörigen mit ihm sprechen würde.» ist an Lameness auch nicht zu überbieten. Das hätte Dr. Jochen Sommer mit Sicherheit anders gelöst. Wobei: Wir erinnern uns an den schroffen Dr. Sommer der frühen 70er – vielleicht besser, hat er sich hier rausgehalten.

Samstag, 14. Januar 2017

Calor Waschboy (1977)



Wenn der Sexismus einer Anzeige nichts mit dem Produkt zu tun hat, spricht man von Sexismus. Wobei – diese junge Dame hier hat sich beim Tennis scheinbar derart verausgabt, dass sie sie sich nun schleunigst ihrer verschwitzten Kleider entledigen muss. Zwecks Wäsche. Wieso dabei ihre Haare nach oben fallen, bleibt wohl ein Geheimnis der Schwerkraft.

Zur Verteidigung der beteiligten Werbefritzen muss man aber anmerken: Diese Werbung stammt aus dem Herremagazin Lui – einer Art Franzosen-Playboy, die von 1977 bis 1992 auch auf deutsch erschien. Da durfte es also ruhig auch mal etwas anzüglicher sein. Die Werbefritzen bekamen vermutlich explizit den Auftrag, etwas ganz Ausgefuchstes mit möglichst vielen zweideutigen Anspielungen zu texten – um die lüsterne Junggesellen-Leserschaft auch punktgenau anzusprechen. Schlüpfrig sellls.

Der Calor Waschboy war scheinbar eine beliebte Kleinwaschmaschine, die sich vor allem auf dem Campingplatz in die Herzen der Deutschen gewaschen hat. Man findet sie deshalb heute noch auf E-Bay und anderen Kleinanzeigenportalen. Ob man im Alltag die Wäsche wirklich einer Maschine anvertrauen sollte, die «das in 5 Minuten hinkriegt» – man weiss es nicht. Falls die Unterhose so blitzeblank wird, muss man sich fragen, wieso man sich das stundenlange Gewasche und Geschleuder und Gerüttel der modernen Waschmaschinen antut. Und schön war er, der orangene Waschboy. Ich nehme zwei!

Freitag, 13. Januar 2017

Mofa des Tages: KTM Crazy (1990)




Mittwoch, 11. Januar 2017

Peter Carsten liest die Leviten (1979)



Halli hallo! Lange nichts mehr gehört! Keine Ursache. Mir ist per Zufall ein Heft namens Das Freizeit-Magazin zwischen die Finger gekommen. Da ich kein Zeitzeuge bin, musste ich mir erst ebendiese Finger wund recherchieren, bevor ich hier mit Fachwissen satt auffahren konnte. Das Freizeit-Magazin war eine Jugendzeitschrift, welche der Burda-Verlag in den 70ern verlegte (verlegte im Sinn von verlegen, nicht von verlegen – hohohohoooo). Der Titel war offenbar als «Light-Version» des Marktführers BRAVO bekannt. Das heisst: Keine nackten Menschen, keine Anleitungen für Liebe, Sex und Zärtlichkeit. Also so wie später Popcorn.

1980 fusionierte Das Freizeit-Magazin mit dem Magazin Rocky. Rocky – Das Freizeit Magazin fusionierte später wiederum mit dem Schweizer Jugendmagazin Pop. Daraus entstand Pop/Rocky. Ende der 80er fusionierte Pop/Rocky mit anderen Jugendmagazinen zu – man ahnt es – Popcorn (das habe ich jetzt ohne Witz auf meiner eigenen Seite nachgelesen – die damalige Recherche zahlt sich nun ein Leben lang aus. Wie eine gute Aktie oder fleissige Nachkommen).

Zurück zum Freizeit-Magazin. Dieses konnte zwar keine nackten Brüste bieten, aber zumindest einen validen Dr.-Sommer-Ersatz. Peter Carsten wies die aufmüpftige Jugend gekonnt in die Schranken.

Hier zum Beipspiel plante eine 12-Jährige ihre Raucherkarriere und wollte mit gemässigten 10 Zigaretten pro Monat einsteigen. Nun natürlich die grosse Frage : Ist das ein Problem? Grünes Licht vom Doktor?




Peter Carsten lehnte sich mit der Aussage «Ein halbes Päckchen Zigaretten im Monat ist im Grunde genommen überhaupt nicht gefährlich. Auch nicht für eine 12-Jährige.» etwas gar weit aus dem Fenster, auch wenn er es gut meinte (und in der Argumentation, dass es ohnehin nicht bei diesem halben Päckchen bleiben werde, natürlich Recht hatte).

Weiter zur wichtigen Frage: Können eigentlich auch Frauen etwas leisten? Das «schrecklich emanzipierte Stadtmädchen» bekam aber umgehends die Quittung für ihr aufmüpfiges Verhalten: Aufmüpfiges Verhalten is' nich' hier! 




Starke Antwort, Carsten! Das wird ihr eine Lehre sein, sich emanzipiert zu schimpfen. Und wie schon die alte Bibel sagte: Verurteile andere nicht von vornherein, sondern diskutiere mit ihnen (und verurteile sie danach). --> Lukas, Kapitel 6, Vers 37. 

Auch nicht schlecht: Eine 19-Jährige, die sich beklagt, dass ihr Freund ihr nichts schenkt. «Mir selbst wäre es noch einigermassen egal, dass er mir nie was schennkt, aber meine Oma sagt, er muss mir etwas schenken, sonst darf er nicht mehr zu mir kommen.» Die Oma wieder.




OK! Dr. Carsten unterstellt Miss Schenk '79, dass sie eigentlich selbst ziemlich scharf auf Geschenke sei. Und liefert die Erklärung für die Schenk-Flaute gleich mit: «Ich denke, Dein Freund weiss nicht, was er dir schenken könnte.» Die Prinzen verarbeiteten später die Problematik im Hit  «Was soll ich ihr schenken?». Dabei wäre die Antwort – powered by Pete Carsten – recht simpel: «Ein Mädchen möchte wohl lieber ein unvernünftiges Geschenk, als gar keines». Und er gab der Fragenden auch gleich noch einen Ratschlag aus der Praxis mit auf den Weg: Immer wieder Sachen zeigen, die man gerne hätte. Hier diese Tasche, da diese Schuhe, dies' weisse Pferdle, ein Sportwagen, gar schön.

Einen hab' ich noch. Einen aus dem Bereich «Ausländer/Fremdenverkehr». Ein Italiener (28) ist ja ganz nett, hat aber auch den einen oder anderen kleinen Fehler (Verheiratet, Kinder, Gewalt, Eifersucht, Schulden, Morddrohung):





Der Italiener (28) hat die Rechnung aber ohne den Wirt Peter Carsten (D) gemacht. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Mozzarella di Bufola um Mozzarella di Buffola. So lernt er's, der Italiener. Kussi und arrivederci zusammen!

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